Carmen Kovacs
Für eine klassische Ballerina wäre sie zu hochgewachsen, aber der Bühnentanz ist eh nicht ihr Metier. Zumindest nicht aktiv. Aber Carmen Kovacs, so heißt die Tochter einer polnischen Mutter, um die es hier geht, hat einen sehr klugen Kopf. Sie ist jung, und sie liebt, was und wen sie sieht in Trainingssälen und auf Tanzbühnen, und natürlich das, was die dort tun. Sie brennt für all das, was sie hören und vor allem lesen kann, was sie weiterbringt. Sie ist so eine, die weithin assoziiert, deshalb studiert sie gerade auch noch Bildende Kunst.
So eine kann dem Tanz, dem Ballett zumal, nur nützen.
Carmen Kovacs hat Musiktheaterwissenschaft an der Universität Bayreuth und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. Weil sie gut schreiben kann, schlug sie sich erst einmal als freie Tanzjournalistin durch. Ein Praktikum in der Dramaturgie der Bayerischen Staatsoper wies ihr den Weg. Seit Januar 2018 ist Carmen Kovacs Dramaturgin des Bayerischen Staatsballetts und damit Nachfolgerin von Bettina Wagner-Bergelt, die sich stets um alle Belange des zeitgenössischen Tanzes in der eigentlich klassischen Kompanie kümmerte. Seit Igor Zelensky vor zwei Jahren die ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 164
von Eva-Elisabeth Fischer
Schwefelgelbe Schwaden ziehen über das Salonorchester hinweg. Es schweigt, während der Tänzerpulk den ultimativen Rave eines unter-gehenden Zeitalters abfackelt. Bis irgendwer Franz Lehárs «Lippen schweigen, ‘s flüstern Geigen» in die Klangwellen spült, Walzerextrakt aus der «Lustigen Witwe» – Hitlers Lieblingsoperette. Toxischer Liebreiz zersetzt die Bilder,...
Meine tänzerische Heimat ist Hip-Hop. Wenn ich auf eine Hip-Hop-Jam gehe, kenne ich die Codes und Verhaltensregeln. Sie bilden die erste Schicht meiner künstlerischen Identität. Jede weitere Schicht, die sich im Lauf der Jahre darübergelegt hat, musste sich mit Hip-Hop vergleichen, an ihm reiben und schließlich Kompromisse finden. Heute fühle ich mich in vielen...
«I was very into it and never really part of it», so beschreibt Katerina Andreou ihre Beziehung zum Ballett- und Klavierstudium, dem sie sich bis Anfang 20 widmete. Dieses Teilhaben aber nicht Teilsein hat sie beibehalten. Nicht umsonst heißt ihr letztes Stück «BSTRD»: ein Bastard ohne Vokale, ein Körper ohne Seele. Was gehört zu mir? Was kann ich mir aneignen?...
