Gestorben
Ekaterina Maximova, 70, Trägerin höchster Auszeichnungen, ist tot. Dabei schien es, als bliebe sie für immer elegant, schlank, lebhaft, immer mit einer Haarsträhne in der Stirn und darunter ihr strahlender Blick. Zahllos waren ihre Verehrer, die ihr Talent, ihren künstlerischen und ihren menschlichen Zauber bewunderten. Alle Welt nannte sie zärtlich «Katia». Mehr als ein halbes Jahrhundert lebte sie für das Ballett des Bolshoi, wo sie 1958 als Solistin begann, nachdem sie die Bolshoi- Ballettschule in der Klasse von Elisaveta Gerdt absolviert hatte.
Im Bolshoi war sie die erste Schülerin von Galina Ulanova. Elegant, wohlproportioniert und im Besitz der schönsten und tüchtigsten Beine, bezauberte sie mit dem Äußeren einer ewigen «Baby-Ballerina» und überraschte zugleich mit ihrer vielseitigen schauspielerischen Begabung. Ihr lag einfach alles – die Ballett-Tragödie, die Komödie, das lyrische Drama. Von ihrem Talent waren die großen Choreografen des 20. Jahrhunderts begeistert – Yuri Grigorovitch, Kasyan Goleizovsky, Pierre Lacotte, Maurice Béjart, Roland Petit. Jeder von ihnen widmete ihr ein Meisterwerk. Grigorovitch schuf für sie die Mascha im «Nussknacker» und die Phrygia in ...
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Tanz Juni 2009
Rubrik: Magazin, Seite 27
von Violeta Mainiece, Franziska Buhre, Thomas Hahn
Wir wären gern drin, mittendrin. Denn drinnen geht’s ab: Die Menschen grölen, jubeln, lachen. Eine E-Gitarre jault. Ein Mann (er muss ein Star sein!) redet mit dem Publikum, das auf jedes seiner Worte enthusiastisch reagiert. Man meint die schweiß- und bühnennebel-getränkte Luft zu atmen, sieht sich selbst im bläulichen Licht des Konzertraums in der unruhigen Menge...
trägt die Melancholie im Blick, die Abgründe im Herzen und den Schalk im Nacken. 25 Jahre lang, von 1974 bis 1999, leitete er eine der erfolgreichsten Tanzkompanien Europas, das Nederlands Dans Theater in Den Haag. Das besitzt etwas sehr Seltenes: ein eigenes Haus und restlose Freiheit. Bei Kylián ist der Tanz keine Sparte, sondern ein Traum von Freiheit. Immer...
Robert Lepage, dessen Name in deutschen Feuilletons nie ohne den Zusatz «der Theatermagier» vorkommt, ist bekannt dafür, dass seine Stücke bei der Premiere nicht fertig sind. Seit jeher begreift er seine Arbeiten als work in progress. Und weil der Weg das Ziel ist und die Kunst wie das Leben ein Fluss in Bewegung, erweitert, kürzt und ändert er seine Stücke bis zur...
