Lüneburg: «Kaspar Hauser»

Olaf Schmidt: «Kaspar Hauser»

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Grelles Licht und dunkle Schatten fallen auf sein Gesicht. Kaspar blinzelt, streckt abwehrend die Arme aus, während er sich schleppend vorwärtstastet. Schon scharen sich Neugierige um ihn, schwirren aufgeregt umeinander, kreisen den Fremdling ein, packen ihn, heben ihn hoch. Drei Männer als Vorhut des Mobs. Ihr beschwingtes Trio gibt sogleich Dynamik und Tempo vor für Olaf Schmidts ersten großangelegten Tanztheaterabend «Kaspar Hauser» am Theater Lüneburg.

Kaspar Hauser, der 1828, geschätzte 16 Jahre alt, verstört und sprachlos in der Stadt Nürnberg auftaucht, fünf Jahre lang Leute und Gelehrte beschäftigt und stirbt, vermutlich ermordet, ohne dass seine Herkunft geklärt wird, ist für den Tanz nicht zum ersten Mal ein dankbares Motiv, liefert die Figur des wilden Kindes doch den Inbegriff einer romantischen Projektionsfläche. Franz Schubert stimmt musikalisch in den Abend ein, wiederholt zeigt sich auf der Hinterbühne das geheimnisvolle Dickicht eines Waldes. Doch Schmidt spannt den Bogen weiter, die Lüneburger Symphoniker schickt er stimmig durch eine Collage von Barock bis Minimal.

Der Choreograf erzählt die Geschichte chronologisch und emotional nah dran an den Figuren, ...

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Tanz März 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Irmela Kästner

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