Foto: Ann Ray
Play
Es könnte Chanel sein. Vielleicht auch Hermès. Auf jeden Fall glitzert die Jacke der Dame – Sitzplatz im Palais Garnier: erste Reihe, Balkon links – so golden wie eine mit Brokat überzogene Weihnachtskugel. Verhaltener ist das Lächeln, das Aurélie Duponts Lippen umtänzelt. Immerhin dürfte an diesem Abend einige Anspannung im Spiel sein. Spiegelbildlich zur Directrice de la danse der Pariser Oper hat auf dem rechten Balkon der Mann Platz genommen, der für die Inszenierung verantwortlich zeichnet und dessen Name gleich auf dem Vorhang erscheinen wird – als Projektion.
Die Verbeugung vor dem Kino ist eine Novität fürs Premierenpublikum, genau wie die vier orgelpfeifengleich postierten Saxofone, die auf dem geschlossenen Orches-tergraben ihrer Bestimmung harren.
Doch schon marschieren vier Musiker herein und rollen die ersten Fransen des bildhübschen Klangteppichs aus, den Mikael Karlsson eigens für diesen Anlass entworfen hat. Während sie sich ans Werk machen, erscheinen nacheinander die Namen aller Beteiligten bis hin zu den Technikern im Vorspann zu «Play» − «Chorégraphie et Décors: Alexan-der Ekman». So heißt der Mann, der äußerst vergnügt dem Ergebnis dessen entgegensieht, was ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
Claudia Fleischle-Braun, unter dem Titel «Transnationale Konzepte im modernen Tanz» kündigt die Gesellschaft für Tanzforschung für Mitte März im DOCK 11 Berlin ein «Workshop-Festival» an. Davorgeschaltet ist das TANZFONDS ERBE Projekt «Eigensinnig in Zwischenräumen», das sich der Wigman-Schülerin Karin Waehner widmet. Wie ist es zu dieser Doppel-Veranstaltung...
Im September 2017 wurde das Teatro Camões in Lissabon zum Schauplatz eines denkwürdigen Moments in der Geschichte der Tanzwettbewerbe: Ein 18-jähriger Schüler der Central School of Ballet, Harris Beattie mit Namen, räumte bei der von der Royal Academy of Dance ausgerichteteten «Genée International Ballet Competition» alle drei ersten Preise ab: die Gold Medal, den...
Ein Ballettdirektor im Gefängnis? Ganz unmöglich scheint das nicht mehr. Yorgos Loukos, graue Eminenz im Chefsessel des Opernballetts von Lyon, wurde im November 2017 zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Hinzu kommen 5000 Euro Strafe und eine Entschädigung von 20 000 Euro. Die gehen an die Klägerin, die Tänzerin Karline Marion. Ab 2008 gehörte sie dem...
