Madonna
Madonna ist eine Tänzerin. Der Tanz, den sie bei einem Schwulen in ihrem Heimatstaat Michigan lernte, war ihre Fluchtroute aus den Konventionen der Religion und der bürgerlichen Gesellschaft. Die ersten Kämpfe, die ich ihretwegen ausfocht, drehten sich um die Frage, ob sie eine gute oder einfach nur gut dressierte Tänzerin sei. In dem Maß, wie sie im Lauf der Jahre das bemerkenswerte Corpus ihrer Videos mit seiner überwältigenden Zahl von Tanzstilen aufgebaut hat, hatte ich an dieser Front immer weniger zu kämpfen.
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So schrieb Camille Paglia, die große amerikanische Feministin, neben Norman Mailer eine intellektuelle Wegbegleiterin von Pop-Kultur, von der niemand je mehr sagen solle, sie sei Schund. Pop sei im Gegenteil die wahrhaftige Stimme im mediokren Gedudel der Unterhaltungsprogramme. Nicht Anpassung, sondern Widerspruch zum herrschenden Amüsierbetrieb. So waren die 1990er. Sie etablierten die Pop-Kultur in den Feuilletons. Kritiker pflegten das Vergnügen, die Schritte des Boxers Henry Maske mit dem Vokabular eines Balanchine zu beschreiben, so als könne ein Boxer zum Ballettstar taugen. Oder Balanchine zum Pop-Kanon zählen. «Pop ist Widerstand des Körpers gegen die ...
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«Sie gehen daher wie ein Schemen», heißt es im Text. Schattengleich erscheinen darum Menschen, die erst in der Erinnerung wieder erkennbare Gestalt gewinnen. Diese «Geisterbeschwörung» positioniert Ralf Dörnen zunächst unter einem Podest, auf dem die Gesangssolisten, der Chor und das Philharmonische Orchester Vorpommern Platz genommen haben. Völlig in diesem...
Am Anfang Solo-Variationen zum Titelverständnis, als Zugabe eine Ensemble-Etüde zu einem Musical-Klassiker. Zwei Vorstellungsrunden rahmen die erste gemeinsame Produktion der nordwest / Tanzcompagnie Oldenburg & Tanztheater Bremen. Im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters bekommen beide Abteilungen der Tanz-Kooperative jetzt Gelegenheit zur Leistungsschau....
Als sich Johann Kresnik, 1974 in Bremen, zum ersten Mal an den «Nibelungen» vergriff und den Stoff zu einer Auseinandersetzung mit dem klassischen Ballett nutzte, war meine Rezension ein simpler Kalauer: «Das Nibelungenlied wird zum Gassenhauer mit dem Refrain Bumsphalera». Kresniks zweiter Griff zum Nibelungen-Stoff am Ende seiner Dienstzeit als Bonner...
