hafiz dhaou & aïcha m’barek

Von Tunesien ging 2011 der Arabische Frühling aus. Was bedeutet es, heute dort zu arbeiten? Über die politische und künstlerische Lage berichtet das Choreografen-Duo

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Im September 2014 bezeichnete Frankreichs Premierminister Manuel Valls Tunesien als «Start-up der Demokratie». Zu Recht. Denn im Oktober und November fanden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, die bemerkenswert ruhig verliefen. Die Islamisten mussten den Gang in die Opposition antreten. In dem sicheren Glauben, weiter regieren zu können, hatten sie auf eine Präsidentschaftskandidatur verzichtet und verkündet, das politische Gleichgewicht sei ihnen wichtiger als Machtfülle.

Damit hat das friedliebende Tunesien nun die historische Chance, die Spannungen zu glätten, die nach der Revolution von 2011 das Geschehen prägten.

Nach der erfolgreichen Erhebung gegen das autokratische Regime des Präsidenten Ben Ali, die den Arabischen Frühling einläutete, hatten Fundamentalisten damals versucht, die Scharia in das Rechtssystem einzuflechten. Sie besetzten Universitäten, griffen Kunstausstellungen an und wetterten überhaupt gegen das Primat alles Weltlichen. Die heftigsten dieser Turbulenzen sind wohl ausgestanden. Dafür muss das Land nun die wieder auflebenden Geister des Ben Ali-Regimes in den Griff kriegen, die sich als Schutzschild gegen den Fundamentalismus präsentieren, aber ...

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Tanz Februar 2015
Rubrik: menschen, Seite 24
von Thomas Hahn

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