the essence of ballet
Bournonville. Das dänische Ballett. Das sind lange Röcke aus einer Zeit, als offene Gaslampen am Bühnenrand die weich fließenden Musselin-Stoffe bisweilen in Flammen aufgehen ließen. Aus den Leuchten wurden tödliche Fallen für Tänzerinnen, die als lebende Fackeln vor dem Zuschauer verbrannten. Trotzdem blieben diese weißen langen Röcke der Inbegriff des romantischen Balletts. Die fließende Bewegung, der wallende Stoff – all das erstarrt vor der Kamera, verkümmert als Tanzfoto so unwirklich wie eine Postkarte.
Kann es ein Foto überhaupt in die Nähe der erlebten Emotionen schaffen, vor allem: in die Nähe der künstlerischen Intentionen – zu den Absichten, zur Kunst? Kann es die Interpretation der Ersten Solistin am Königlich Dänischen Ballett erfassen? Kann Fotografie etwa Gudrun Bojesens Rolle als Kameliendame deuten?
Die dänische Fotografin Ingrid Bugge findet, verglichen mit dem New York City Ballet herrsche «in Kopenhagen die weiche Linie vor, eine zärtliche Art der Bewegung, die bis August Bournonville zurückreicht», also in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist die Zeit, als Fotografie erst noch erfunden wird, als die Zeichen auf Realismus stehen und Alexandre Dumas seinen ...
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Tanz August/September 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann
Freundlich, bubenhaft und sehr eloquent – so begegnet einem Monsieur Charmatz, gerade 41 Jahre alt und zum dritten Mal Vater geworden. Unter den zeitgenössischen Choreografen ist er der Utopist und Ermöglicher, jemand, der Glück und Esprit künstlerisch in Bewegung hält und zusammen mit anderen Performern auf ungewohnte Bahnen lenkt. Seine Spielfreude schließt das...
screening_________
polina semionova
Sie ist Primaballerina und Pädagogin, ist in der ganzen Welt zuhause. Folgerichtig kommt die Professorin nicht nur in einer Kostprobe aus «Cinderella» zum Tanz, 2004 choreografiert von ihrem Entdecker Vladimir Malakhov fürs Staatsballett Berlin. Carsten Fiebeler hat die einstige Babyballerina bei ihrer Arbeit auch in New York...
Wie kann das Tanztheater im Stadttheater-Betrieb seine Eigenheiten verwirklichen, originelle Wege gehen und neben den anderen Sparten, neben Schauspiel, Oper, Orchester, ein selbstständiges Profil gewinnen? Ist es überhaupt möglich, dieser Sparte eine größere Bedeutung zu geben und diese Kunstform so zu stärken, dass sie auch in der öffentlichen Wahrnehmung...
