Schöne Spinner
Der Preis ist längst wieder abgeschafft. Aber seine Konsequenzen kommen erst im Nachhinein richtig zum Tragen. 2003 hat sich Marco Goecke in Hamburg mit «Blushing» den Prix Dom Pérignon verdient und damit die Chance eingehandelt, für das Hamburg Ballett kreativ tätig werden zu können. Das hat der Choreograf aus dem Umfeld des Stuttgarter Balletts inzwischen auch getan – und zwar nach einhelliger Meinung von Kritik und Publikum ganz so, wie es Ballettintendant John Neumeier zu den 31.
Hamburger Ballett-Tagen programmatisch vorgegeben hat: als einen «Schritt in die Zukunft», mit der man sich auch an der Elbe eines Tages wird auseinander setzen müssen.
Während die anderen möglichen Mitgestalter hanseatischer Zukunft allerdings eher auf der Stelle treten, macht Goecke bei dieser Gelegenheit einen Riesenschritt vorwärts – und das mit einem Stück, das zwar nicht nach der Boulez-Devise das Opernhaus in Schutt und Asche legt, aber doch die ästhetische Konvention insoweit zertrümmert, als drei Kontrabässe pro Vorstellung dabei draufgehen. Klar, dass solche «Kollateralschäden» der Kunst ein Publikum provozieren. Prompt muss sich Marco Goecke denn auch ein paar Buhrufe gefallen lassen. Doch ...
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Lisboa. Am 5. Juli 2005 ist das Ballet Gulbenkian unter der künstlerischen Leitung von Paulo Ribeiro aufgelöst worden. Mit augenblicklicher Wirkung. Ohne Ankündigung. Natürlich, zuvor gab es Gespräche, das weltweit tourende Ballet Gulbenkian aus der privaten Stiftung in Staatshände zu übertragen. Aber der Staat wollte es nicht. Nun, nach genau vierzig Jahren...
At the beginning of the twentieth century, Edward Gordon Craig proclaimed that the human body should be entirely removed from the stage. He argued that the human body cannot be regarded as material to be formed, shaped and changed at will; that it can never be controlled completely. It is therefore unsuitable to serve as material for a work of art.
Craig’s...
