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anastasia

Bis ins 20. Jahrhundert hinein praktizierten Psychiater mit Vorliebe auch Methoden wie Suggestion und Hypnose. Insofern hat die These etwas für sich, dass Berliner Nervenärzte ihrer Patientin Anna Anderson assistierten – bei der Verwandlung in Anastasia, Tochter des letzten Zaren. Seit 1922 behauptete die Frau, die man nach einem Selbstmordversuch aus dem Landwehrkanal gezogen hatte, von kaiserlichem Geblüt zu sein. Was erst Jahrzehnte später zweifelsfrei widerlegt werden konnte.

Gut so, denn die seltsame Geschichte inspirierte Kenneth MacMillan zu einem erstaunlichen Ballettgebilde, das – 1967 noch als Einakter, 1971 dann als abendfüllende Kreation – die Grenzen zum Expressiv-Tanz überschritt und das Geschehen in eine Heilanstalt verlegte. Bis heute fesselt MacMillans «Anastasia» als Porträt einer Außenseiterin und wird das sicher auch auf der Kinoleinwand tun, wenn das Royal Ballet am 2. November live aus Covent Garden überträgt.

Screening
Ballett im Kino aus dem Bolschoi-Theater in Moskau, alle teilnehmenden Kinos auf tanzimkino.com (tanz 3/14)
6. Nov., 16.00h: «Der helle Bach», Choreografie von Alexei Ratmansky
Live-Kinoübertragungen aus dem Royal Opera House in London, ...

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Tanz November 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 52
von Red.

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