Jenseits
Alfred Döblin schrieb dem Ballett in «Die Tänzerin und der Leib» (1910) eine brutale Deformation des Körpers und damit der Seele zu. Ernst Jünger feierte umgekehrt in «Über den Schmerz» (1934) die Zurichtung des Körpers als das Ziel jeder Seele. Und Rainer Maria Rilke betrachtete den Tanz als eine Verwandlung, in der das Sichtbare endlich unsichtbar und geistig werde. Bei allen drei ist der Körper nur noch ein Werkzeug, ein steuerbares Objekt, ein Fetisch der Schönheit und Selbstbeherrschung.
Benjamin Bühler untersucht diese Lust an der Eroberung des Körpers durch den «Geist» in seiner Dissertation «Lebende Körper» (www.koenigshausen-neumann.de, Würzburg 2004) und entdeckt dabei den Weg zu einer entsetzlichen Körperpolitik. Denn gilt der Körper bloß noch als eine Bedeckung des Geistes, ist seine Vergänglichkeit folglich auch nur eine Maske für die unsterbliche Seele. Das sagt auch der Künstler B. W. Barasch: Ist der Körper reduzierbar auf seine Haut als Hülle und Projektionsfläche des Geistes, kann sich ein ganzes Jahrhundert am Körper mit zerstörerischer Wut austoben – abermillionen geopferte Körper, die ganze Todesproduktion eroberte die Würde des Körpers und entwickelte ...
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There are many battlegrounds for tradition versus innovation, but few as picturesque as Siamsa Tíre’s theatre in southwest Ireland. Under Mount Brandon, Ireland’s second highest peak, the modern building’s design and materials draw on the rich archaeological pickings that surround it. Behind the ring-fort-inspired stone-clad exterior, a company of seven full-time...
Régine Chopinot hat ein Faible für Fragezeichen. «Schon wegen ihrer ästhetischen Form» – wie sie den Tanzjournalisten Thomas Hahn im Foyergespräch wissen ließ. Es sei immens wichtig, alles immer wieder zu hinterfragen. Unsichtbare Fragezeichen, wohin das Auge blickt, auch in ihrer Produktion «Les Garagistes», uraufgeführt beim Kölner Festival für Internationale...
For nearly 30 years, Marie Chouinard’s reputation has soared with dance and performance works that shock and amaze. Looking at photos of her choreography, if perhaps you have never seen the staged dance work, it’s possible to have the impression that you are looking at sculptures, at a kind of crystallization of the gestures.
“Crystallization” also happens to be...
