Der lange Weg der kurzen Schritte
Eine junge Frau geht die Straße entlang. Eigentlich tänzelt sie fast. In den Händen hält sie einen Vorschlaghammer. Die Kamera zeigt die Frau auf dem Gehweg, rechts von ihr am Straßenrand die lange Reihe geparkter Autos. Im Gehen holt sie immer wieder aus. Scheiben splittern – Pipilotti Rist inszenierte so einen wahren Scherbentanz. Noch Performance, schon Konzeptkunst, noch abgesichert durch Stichworte wie «Aktion», schon die Grenze zwischen Kunst und Tanz aufhebend.
Ein entferntes, unbewusstes und heiteres Gegenbild zu jenem letzten Ineinssetzen von Kunst, Tanz und Schauspiel, das auch Hansgünther Heyme am Stuttgarter Staatsschauspiel 1981 mit seinem Blick auf die «Phönizierinnen» gewagt hatte. Die Schauspieler nackt, agierend und getrieben auf der Bühne, den Raum durcheilend, durchmessend, herabhängende Mikrofone anschlagend, als könnten die provozierten Töne Orientierung geben. Schauspiel als Tanz, Tanz als Schauspiel, ein frontales Moment der Gesamtkunst.
Oder Kunst als Befreiung von der Bürde der Kunst? In seiner «Psychologie der Kunst» (Köln, 1992) formuliert Martin Schuster: «Die Kultur stellt den Menschen in einen Rahmen von ‹Welterklärungen›, die durch die Kunst vermittelt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist fast aus den Schlagzeilen verschwunden, das große Kompaniesterben. Vielleicht, weil sie so leise weinen, dass sie einem nicht mal Leid tun. Freiburg, Heidelberg, Eisenach stehen auf der Kippe, und beinah: Saarbrücken. Bis die Meldung kam, dass die dortige Ballettintendantin Marguerite Donlon ihren Vertrag bis 2009 verlängert, weit über die Amtszeit ihres...
“Who needs the Butterfly Effect when you’ve got me? – Godzilla of the performance art world!,” says Liz Aggiss in hilariously accurate self-mockery, of a Barbie doll in red evening gown, seared onto a toy globe. As the doll bends in the middle, the whole world moves up on the ends of her feet. This prop is one of many in Aggiss’ splendid performance lectures in...
Clownsköpfe sitzen zu sechst in der Kiste auf einem Pier an der Küste von Südengland. Sie bewegen sich in einem so apart choreografierten Mechanismus, dass man ihnen für Stunden zuschauen könnte. Aber ein Rebell – und nichts anderes ist der Clown – entledigt sich der Clownsmaske, fragt nach dem Sinn, Gott und Leben und findet: «I’m wasting my time here». Tanz ist...
