Die Hoffnungsträger
In einer Spielzeit, in der die Diskussion um die mangelnde Sichtbarkeit von Choreografinnen und deren Kreationen auf britischen Tanzbühnen zum Teil künstlich hochgepusht wurde, hat sich paradoxerweise genau das Gegenteil eingestellt: Selten sind so viele Vertreterinnen dieser Zunft in Erscheinung getreten, so jüngst auch eine Tänzerin des Scottish Ballet – Sophie Laplane. Vom Artistic Director der Kompanie, Christopher Hampson, behutsam gefördert, erregte Laplane im zurückliegenden Herbst landesweite Aufmerksamkeit mit ihrer Kreation «Maze», einem kurzen, pfiffig-frischen Quartett.
Dafür hat Hampson die gebürtige Pariserin nun mit einer großen, überaus anspruchsvollen Aufgabe belohnt: Laplane darf sich in der kommenden Saison mit einer Uraufführung vorstellen – im Rahmen einer Double Bill an der Seite ihrer etablierten Kollegin Crystal Pite.
Laplane, an der Ballettschule der Pariser Oper ausgebildet, begann ihre Karriere als neugierige, vielseitig interessierte Tänzerin und tanzte in Kreationen von Angelin Preljocaj, José Limón, Karole Armitage und Robert North ebenso wie in Balanchine-Werken. Im Winter 2004 schließlich holte sie der damalige Ballettchef des Scottish Ballet, Ashley ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 164
von Ismene Brown
Neulich bin ich richtig überrascht worden. Die Vorstellung fand in einem leeren Klassenzimmer statt. Wo sonst die Lehrerin steht, spielte eine Frau am DJ-Pult. Die Zuschauer drückten sich an den Wänden entlang, als die mütterlicherseits aus Sri Lanka stammende Sara Mikolai mit verdecktem Gesicht und nacktem Rücken den Raum be-trat, um wie angekündigt ein Ritual zu...
Eine Naturbegabung als Wrestling-Kommentatorin, ein beachtliches Talent in Suspense und in Synchronschwimmen, ein Händchen für Songwriting und Clipdesigning: Kareth Schaffer hat ihren Hang zum Doppelbödigen und Bodenlosen bereits in Formaten bewiesen, die nicht unbedingt als tanznah gelten. Spätestens mit dem abendfüllenden «Unheard of» (2015) ist klar, dass auch...
wechselte 2008 vom Ballett Dortmund zur italienischen Kompanie Aterballetto, um die kreative Arbeit mit Mauro Bigonzetti kennenzulernen und in dessen Choreografien zu tanzen. Seine eigentliche Mentorin indes war die derzeitige Künstlerische Leiterin der Kompanie, Cristina Bozzolini. Sie eröffnete dem Tänzer die Möglichkeit, sich im Rahmen der kreativen Workshops...
