giselle

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Eine Geisel, ein Unterpfand – und eine Geschichte, die sich in reinen Kinostoff verwandeln könnte: in ein Melodram von Todd Haynes, einen Thriller von Alan J. Pakula, eine Psychostudie von Michael Haneke. Die Geschichte handelt von einem jungen lebenslustigen Mädchen, das auf einen Schwindler hereinfällt, einen Mann, der sich unter falscher Identität in der Nachbarschaft eingenistet hat. Das Mädchen verliebt sich in ihn, er auch in sie – obwohl er längst in festen Händen ist.

Das Auftauchen der anderen Frau bringt das Lügengebäude zum Einsturz und treibt das Mädchen in den Selbstmord. Aber es kann nicht zur Ruhe kommen, es geistert in einem Zwischenreich umher, gemeinsam mit anderen Frauen, die auch über unglücklichen Liebschaften zugrunde gegangen sind und Vergeltung geschworen haben. So wird die Untote zur Geisel der eigenen Leidenschaft und kann sich aus diesem Teufelskreis erst befreien, als sie dem Betrüger verzeiht, ja ihn vor der Rachsucht der übrigen Furien beschützt. 

Dem Namen des Mädchens begegnet jeder, der mit dem Ballett in Berührung kommt. «Giselle» steht heute vor allem synonym für ein Kronjuwel des Repertoires. Doch sprachlich leitet sich «Giselle» von einer ...

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Tanz Juni 2016
Rubrik: warm-up, Seite 1
von Dorion Weickmann

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