Gintersdorfer / Klassen
Es blitzt immer ein leicht misstrauisch wirkender Schalk aus ihren Augen. Monika Gintersdorfer und ihr herzlicher, gern zurückhaltend wirkender Partner Knut Klaßen gewannen soeben den ersten George-Tabori-Preis des Fonds Darstellende Künste für freie Theaterarbeit. Vielleicht gewannen sie ihn auch deshalb, weil die beiden die freie Theaterarbeit ähnlich definieren, wie dies freie Autoren, freie Grafiker, freie Musiker schon immer mussten. Es genügt nicht, kreativ zu sein. Es muss ein Dreh her, den man dann so oft wie möglich verkaufen kann.
Nicht: Ich denke mir ein Stück aus, beantrage Geld und darf von diesem Geld eine Choreografie machen, was, wenn sie sich nicht verkauft, mich zwingt, mir ein neues Stück auszudenken und neues Geld zu beantragen. Das ist antiökonomisch, denn es wäre, als ob ein Maler ein Bild malt, es ausstellt, und wenn es nicht verkauft wird, ein zweites Bild malt. Die Regisseurin Monika Gintersdorfer und der bildende Künstler Knut Klaßen wurden berühmt für ihre serielle Behandlung von Choreografie. Das ist ihr Dreh. Sie arbeiten an nur einem Stoff, mit nur einer Methode, solange der Markt sie will.
Und er will sie gewaltig. Ihre Tänzer, ziemlich alerte Jungs ...
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