Kläppeln auf Spitze
Seit sechs Jahren ist das Internationale Ballettfestival «Mariinsky» das wichtigste Ereignis des Jahres im Ballettleben Russlands. Zehn Tage dauert der Reigen der Aufführungen und großen Namen. Die Premieren der Saison sind auf dieses Festival abgestimmt, es tanzen die wichtigsten Tänzer, man lädt Stars aus dem Westen hinzu – und: das Diesjährige war das letzte auf der historischen Bühne des eleganten kaiserlichen Theaters vor der Schließung für eine Generalsanierung, die – so ist es versprochen – 2007 beginnen soll.
Zum alten Gebäude passend wird das Festival mit «Ondine» zur Musik von Cesare Pugni in der Inszenierung von Pierre Lacotte eröffnet. In Nachahmung des 19. Jahrhunderts ist hier nur eine Andeutung der Dramaturgie des einst berühmten romantischen Balletts von Perrault und Petipa zu finden, einem Meer von Tänzen im Geiste Bournonvilles und der französischen Schule, die schon im ersten Akt die Beine des Corps de ballet und der Solisten überstrapazieren. Doch die Truppe, vornweg mit den unersetzlichen glänzenden Solisten Yevvgenia Obraztsova als Ondine und dem Meister der Ballett-Schönschrift Leonid Sarafanov als Matteo, «klöppelt» solche «französischen Spitzen» mit ...
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