Künstliche Körper
Die Schockwellen der Bankenkrise gehen unter die Haut. In den Metropolen zeigen sich erste Anzeichen ihrer Verwandlung in Tanz. In New York, London, Paris, wo ihn unsere Korrespondenten Sebastian Moll, Mike Dixon und Thomas Hahn aufspürten, hat er einen Namen: «Burlesque». Dieser Tanz erreicht nun Hamburg. Ein Laden namens Queen Calavera in St. Pauli zeigt als Erster in Deutschland den Körper als vollkommenen Kunst-Körper.
Wie bei Dita Von Teese, dem Star dieser Szene, ist der Körper restlos schön, ein vollkommener Fetisch, ein Kunstwerk, eine Selbstschöpfung der Künstlerin, die ihren Körper so lange veredelt hat, bis er zu einem Markenartikel wurde: Cointreau-Werbung = Dita Von Teese.
Klingt nach reiner Oberfläche. Zeigt aber auch, dass das alte Körperideal, das lange und allein der Ballerina vorbehalten war – als ein Bild asketischer Selbstzucht einer Athletin –, nun teils spöttisch, teils frivol als ein künstlich veredelter, gedopter Puppenkörper die Bühnen erobert.
Die vorangehende Krise zeigt, dass Werte, die außerhalb des Körpers liegen, zerfallen, Werte von Kunstwerken, Waren, Immobilien. Prompt misstraut der Mensch seiner eigenen Schöpfungskraft. Nicht zum ersten Mal, ...
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«Hello».
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