Newcomer des Jahres: Dada Masilo
Dada Masilo – die kahlköpfige, spindeldürre, unberechenbare. Masilo, das ist: der Wirbelwind in Person. Ausgebildet in Ballett, afrikanischem und zeitgenössischem Tanz, mischt sie die Stile zu kontrollierten Temperamentsausbrüchen. Die Tanzwelt ist begeistert, vor allem von Masilos «Swan Lake». Da tanzt sie selbst in der Rolle des «top girl» und wird so von einem breiten Publikum entdeckt.
Ihre Version ist keine Parodie, sondern ein Kommentar, der den Klassiker humorvoll mit südafrikanischer Realität in Verbindung bringt und die Stereotypen des Balletts als europäisches Modell hinterfragt. Dabei hält sie zur eigenen Tradition eine ähnlich ironische Distanz. Ihre feuerwerksartigen Choreografien haben sie binnen kürzester Zeit zur gefragtesten afrikanischen Choreografin in Europa werden lassen – was sich in der tanz-Umfrage in Form zahlreicher Nennungen in verschiedenen Kategorien widerspiegelt.
Ihr Stern ging in Europa 2011 auf, als sie mit ihrer Soloperformance «The bitter end of Rosemary» den militanten Bildersturm, den vor ihr etwa ihre Landsleute Steven Cohen und Robyn Orlin bereits entfesselt haben, auffrischte: Symbole von Macht und Religion attackierend und ihren Körper so in ...
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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Saison 2012/13, Seite 146
von Thomas Hahn
Gert Weigelt, Sie sind als Tanzfotograf immer für die Pressefreiheit des Bildes eingetreten, auch für öffentliche Foto-Proben an Theatern. Warum?
Warum sollten Bildjournalisten schlechter gestellt sein als Wortjournalisten? Pressefreiheit gilt für beide, wenn auch die Arbeitsweisen verschieden sind. Da ein Bildjournalist nicht während der Premiere fotografieren...
Seit Jahren wird das Moskauer Bolshoi von Skandalen erschüttert, aber die Säure-Attacke auf Ballettchef Sergei Filin zu Jahresanfang stellte alles in den Schatten. Wer irgendwo im Westen einem Russen begegnet und ihn darauf anspricht, der erntet häufig dieselbe Reaktion: Augenrollen, Seufzen, und dann − «Tja, was soll man sagen, dieses Theater ist ein Staat im...
Eigentlich war der Rahm längst abgeschöpft. Schon 2012 hatte die erste, sensationelle Versteigerung in Lausanne etwa sechs Millionen Euro erbracht, siebenmal mehr als erwartet. Aber Serge Lifars Hinterlassenschaft scheint schier unerschöpflich: Der Mann sammelte, was er nur kriegen konnte, und warf kaum etwas in den Müll. Der Tänzer, Choreograf und langjährige...
