Lust auf Gefühl
Eine Frau klammert sich an eine Tischkante, mobilisiert alle Kräfte. Jede Sekunde scheint eine Ewigkeit. Sie reißt den Tisch hoch, baumelt daran wie an einer Felsklippe, stürzt ab. Für den Betrachter blitzen unzählige Bilder aus allen möglichen Geschichten und Genres im Kopf auf. Action, Katastrophen, Reality. Im nächsten Augenblick eine ungeheure Soundexplosion, die alles in die Luft fliegen lässt. Splittern, Bersten, Salven von Schüssen. Die Darsteller gehen in Deckung – unter den Tisch.
Übrig bleiben Rauchschwaden, die sich sehr langsam verziehen. Tödliche Stille. Am rechten Bühnenrand taucht eine Frau auf. Sie kniet weinend in Trümmern, vielleicht, die letzte Überlebende einer Katastrophe, sucht etwas, was es nicht mehr gibt. In der Mitte wird eine Gestalt sichtbar. Mühsam zieht sie sich am Boden entlang, ringt sterbend um Worte, Laute. Der Blick heftet sich an beide Figuren wie Bruchstücke von Geschichten.
Wie ein Action-Film ist das neue Stück der jungen Choreografin Mette Ingvartsen «Why We Love Action» aufgebaut, mit einem entscheidenden Unterschied: es folgt nicht der Logik einer Geschichte, sondern allein Effekten und Affekten. Aus Bildern, Sounds und Charakteren ...
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Regen, strömender Regen, Dauerregen auf der Bühne. Durch seine zerstörerische Wucht aus dem Bühnenhimmel knickt erst die aus Pappe geschnitzte Palme, dann sackt der aus Pappe gebaute Riesenschwan in sich zusammen. Zum Schluss gibt auch der einzige Schutz, eine Bushaltestelle aus Pappe, unter der Last des Regens nach. Sie begräbt den portugiesischen Tänzer Francisco...
You know those times when you don’t have much to occupy your mind, and your mind starts to ponder things that are floating around in your head, questions and unresolved thoughts or things people have said that don’t quite make sense? Well, recently there have been two unrelated topics that are no longer floating, but have landed and are being munched on by the...
Sie heißen Sohel, Marc, Hok-Heng, Igor, Skali, Clochette und Julien. Sie sind Feuerwehrmann, Student, Verkäufer. Und treffen sich, so oft es geht, vor den schönsten Pariser Bauwerken, wenn sich dort ein paar hundert Quadratmeter ebener Asphalt finden. Sie trainieren mit Blick auf den Invalidendom, den Palais Royal oder in einer schicken Einkaufspassage. Und...
