Newcomer, Personalien August/September 2017
Newcomer: Marcus Pei
Er hat schon manchen Preis gewonnen – in Mathematik zum Beispiel. Denn Marcus Pei ist ein mathematisch-musisches Phänomen. Er fand die logischen Naturwissenschaften als Kind spannender als das Ballett und ließ sich von der Mutter eher widerwillig in den Tanzsaal schieben. Irgendwann hat es ihn dann doch gepackt – als er in musikalischen und choreografischen Strukturen die Logik der Wissenschaft erkannte und Gefallen daran fand, sie auf seinen Körper zu übertragen.
Pei ist Martin Schläpfers jüngster personeller Coup. Er spielt leidenschaftlich Klavier, erhielt seine Tänzer-Ausbildung am University of Iowa Youth Ballet Forum und an Canada’s National Ballet School in Toronto. Dorthin hat der Chef des Ballett am Rhein beste Verbindungen, die ihn auf den Graduate Student aufmerksam machten. Mit nur 18 Jahren an die in Düsseldorf/Duisburg ansässige Kompanie engagiert, fiel das Ausnahmetalent in der vergangenen Spielzeit sofort auf. So vertraute Schläpfer ihm in seinem Ballett «Obelisco» das Solo zu dem Schubert-Lied «Du bist die Ruh» an. Im schwarzen Glitzer-Trikot lässt der junge Amerikaner darin seine Virtuosität, Rasanz und Präzision aufblitzen, die hier mit der ...
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Tanz August/September 2017
Rubrik: Menschen, Seite 34
von Red.
Immer noch entwickelt sich das klassische Ballett weiter und entdeckt für sich neue Formen. Es ist die elaborierteste, die gehobenste Tanzform schlechthin. Man sieht Tänzerinnen und Tänzer, die Dinge bewerkstelligen, die sonst kein normaler Erdenmensch hinbekommen würde, und nicht selten blitzt ein göttlicher Funke auf. Aber beim klassischen Ballett geht es nicht...
Es gibt sie überall in Deutschland: Tanzschul-Dynastien. In Köln sind es die TV-bekannten Breuers. In Stuttgart die Burger-Schäfers, deren Gründer noch in Schlemmers «Triadischem Ballett» mitwirkten. In Nürnberg ist Familie Krebs seit 1883 im Tanzschul-Geschäft. In Essen sitzen die Overraths, die vor einem Jahr sozusagen mit einem anderen Clan fusionierten: dank...
Nein, kein Treppenwitz. Jiří Bubenícek meint es ernst, wenn es am Ende seines Balletts ganz offensichtlich heißt: «Knockin‘ on Heaven‘s Door». Oscar Alonso jedenfalls steigt die Stufen empor, die uns, so der Choreograf, «näher an die Wahrheit» bringen, und pocht an eine imaginäre Tür. Was für Erkenntnisräume sich ihm dahinter auftun, bleibt dem Zuschauer...
