Die Genfer «Coppélia» von Cisco Aznar

Paris

Tanz - Logo

«Santissima Huil d'olive vierge» heißt das Produkt, das auf dem Proszeniumsvorhang beworben wird. Wenn dieser Konsum-Concours zu seinem Ende kommt, geht es nicht um das vorgestellte Öl, es ist ganz offensichtlich Sand im Getriebe. Frantz und Swanilda haben einen TV-Tanzwettbewerb gewonnen. Der junge Mann will sie trotzdem nicht heiraten und setzt lieber das Preisgeld aufs Spiel. Und:  Coppélia hat es ihm angetan, eine Ausnahme-Erscheinung in jeder Hinsicht, aber alles andere als eine naturbelassene Schönheit.

Luis Lara hat als Bühnen- und Kostümbildner so lange an ihr herumgedoktert, bis ihre Hässlichkeit bei einer Horror Picture Show alle Ehre machen würde.

«Coppélia»: ein choreografischer Comic? Ja und nein. Cisco Aznar, seit 1998 ist der Katalane Leiter der Compagnie Buissonnière in Lausanne, hat dem Grand Théâtre de Genève ein Ballett verpasst, das der Musik Léo Delibes’ zum Trotz auf E. T. A. Hoffmann verweist und sich gleichzeitig von ihm distanziert. Wie im Stuttgarter «Sandmann» von Christian Spuck steht weniger eine Kunstfigur im Zentrum, sondern ein Mensch, der sie zu seiner Lust und Belustigung erfunden hat. Immer wieder unterbrechen gefilmte Rückblenden von David Monti ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 43
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sabine Lynch

Sabine Lynch sah neulich fern. Es lief «Ray – sTAP BACK!». Ihr Ex-Mann, der als amerikanischer Soldat nach Stuttgart kam und hier die New York City Dance School gründete, wurde in der SWR-Dokumentation von Teresa Renn und Nathalie Schwarz als die Stuttgarter «Step Machine» gefeiert. Ein «Step by Step» sieht Sabine Lynch im Augenblick auch. Ihre New York City Dance...

Jenseits

Auf die katastrophale Lage der unzähligen Aids-Kranken in ihrem Heimatland hat die südafrikanische Choreografin  Robyn Orlin wiederholt aufmerksam gemacht – nicht zuletzt in ihren Stücken. Ihr Neffe Nicholas Batten ist wie sie in Südafrika aufgewachsen und engagiert sich besonders für Aids-Waisen und HIV-infizierte Kinder. An seinem Hilfsprojekt will sich Orlin...

Merce Cunningham

Einst schenkte Merce Cunningham dem Tanz die Unabhängigkeit von der Musik. Jetzt ermutigt er uns in Paris mit einem neuen Werk, «eyeSpace», die Musik von vom eigenen iPod bestimmen zu lassen.

Den iPod leiht man sich an der Kasse, oder man bringt seinen eigenen mit. Die «Music for iPods» von Mikel Rouse lässt sich auf www.merce.org herunterladen, was die nicht ganz...