Berlin: Martin Woelffer «Die Tanzstunde»

Tanz - Logo

Ausziehen, Umziehen, Schluss machen? Über Berlins Boulevardtheater No.1, der Komödie am Kurfürstendamm, schwebte jahrelang das Damoklesschwert eines Umbaus. Im Mai fiel dann der letzte Vorhang, zur neuen Saison hat man übergangsweise im Schiller Theater Quartier bezogen. «Wo wir alle zigmal reinpassen», wie der Schauspieler Oliver Mommsen schon im Januar verkündete, beim Schlussapplaus von Martin Woelffers Inszenierung der «Tanzstunde» – noch am Originalstandort. 

Die 2014 uraufgeführte «Tanzstunde» von Mark St. Germain ist ein Volltreffer à la «Ein ungleiches Paar».

Und das ist die Story: Senga Quinn (Tanja Wedhorn) war als Musical-Tänzerin engagiert, bis ihr Knie mit einem Taxi kollidierte. Ob sie je wieder auf die Bühne kann, wissen allein die Götter in Weiß. Ever Montgomery (Oliver Mommsen) wiederum wohnt ein paar Apartments weiter, ist Professor der Geowissenschaft und sieht einer wichtigen Preisverleihung entgegen. Aber was andere erträumen, ist für ihn der Albtraum schlechthin: Hände schütteln, sich auf die Schulter klopfen, womöglich auch noch umarmen lassen – da lodert die Hölle auf Erden! Denn der bebrillte Klemmi ist Autist, erträgt keinerlei Berührung und muss ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2018
Rubrik: Kritik, Seite 34
von Dorion Weickmann

Weitere Beiträge
Newcomer, Abschied, Snippets 11/18

Newcomer: Letizia Masini, Daniele di Donato

Die gebürtige Florentinerin Letizia Masini wurde 2002 an der Ballettakademie des Teatro alla Scala aufgenommen und kann daher als echtes Gewächs der Mailänder Schule angesehen werden. Dort steht die 17-Jährige derzeit kurz vor ihrem letzten Ausbildungsjahr – eine brünette junge Frau, langgliedrig und von ausgeprägtem...

Saar Magal

Ballett-Probenraum 1 der Berliner Staatsoper, später Vormittag. Im Eingangsregal drängeln sich Haribo-Tüten, Handtücher, Sneakers und irgendwelche Papiere. Auf dem Boden haben Bierflaschen Stellung bezogen – und zwar mehrere Hundertschaften, die sich auf exakt markierten Positionen nachbarschaftlich aneinanderdrücken und nur einen schmalen Mittelgang freilassen....

Arthur Mitchell

Er war der erste dunkelhäutige Star des Balletts, der internationalen Ruhm erlangte – und das ausgerechnet mit dem durchweg «weißen» New York City Ballet. Ihm gehörte Arthur Mitchell von 1955 bis 1968 an – dem Jahr, in dem Martin Luther King Jr. einem Attentat zum Opfer fiel, Amerikas prominentester schwarzer Politiker und Prediger. Ein Ereignis, das Mitchell die...