Merce Cunningham
Einst schenkte Merce Cunningham dem Tanz die Unabhängigkeit von der Musik. Jetzt ermutigt er uns in Paris mit einem neuen Werk, «eyeSpace», die Musik von vom eigenen iPod bestimmen zu lassen.
Den iPod leiht man sich an der Kasse, oder man bringt seinen eigenen mit. Die «Music for iPods» von Mikel Rouse lässt sich auf www.merce.org herunterladen, was die nicht ganz von der Hand zu weisende Gefahr beinhaltet, dass man sich die fünf Titel schon am Vorabend anhört.
Und denkt: Was bringt Merce Cunningham, unseren Gottvater der Tanzmoderne, dazu, sich derart seichtem Pop zu ergeben? Also fasst man einen Plan. Lädt seine eigenen Lieblings-Tracks auf den iPod und geht so unter Umgehung der Absichten des Choreografen ins Théâtre de la Ville. Lasst uns selbst entscheiden, je nach Bühneneindruck, welcher musikalische Stil am besten auf die Choreografie antwortet. Denn wer könnte es bestreiten: Merce Cunninghams Befreiung von der Leitfunktion der Musik für den Tanz strebt nicht nur immer weiter nach Vollendung. Sie gibt auch dem Publikum mehr und mehr Freiheiten. Damit wächst allerdings auch die Freiheit des Publikums, eben jenen Bezug zwischen Musik und Tanz zu restaurieren, der laut ...
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