essen: oblivia «entertainment island»
Eine Frau joggt auf der Stelle, tapp, tapp, tapp. «Well, well, well!», ruft ein Mann mit Hut ihr zu. «Look at you! You’re looking good!» Mit einem langsamen Ausfallschritt steigert er seine Begeisterung, reckt die Hände zur Decke, während sie ihre Hochleistungsperformance intensiviert. Am Rand der Spielfläche wartet eine zweite Frau auf ihren Einsatz, auf ihren Auftritt. Willkommen bei «Entertainment Island 1» von Oblivia, einer skurrilen Show im Boxring.
Drei Performer demonstrieren sich und dem Publikum im Zehn-Minuten-Takt Praktiken der Ertüchtigung und Ermunterung und musikalisieren dabei Selbstermutigungsformeln: «Oooh yeah! Allright! Wo-hoow!»
In ihrer Trilogie «Entertainment Island» spielt die finnisch-britische Performancegruppe Oblivia mit Formen und Formeln der Unterhaltungskultur: Im ersten Teil dekliniert sie Strategien von Casting- und Selbsthilfeshows, im zweiten zappt sie sich durch eine Welt aus Papiermaschee, im dritten versteigt sie sich in die private Unterhaltung mit Sado-Maso-Spielen auf der Kellertreppe und Fantasien von Selbsterniedrigung und Voyeurismus. Drei Jahre lang, von 2008 bis 2010, hat Oblivia eine höchst eigenwillige Performancesprache zwischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2011
Rubrik: kalender, Seite 42
von Esther Boldt
Ihr Workshop bei der diesjährigen «Tanzwerkstatt Europa» läuft unter dem Titel «Ethik einer Bewegung». Was kann man sich darunter vorstellen?
Mich fasziniert die Figur der Antigone, weil es unmöglich ist, sie heute darzustellen. Ausgehend von dieser Figur bin ich auf Jacques Lacan und die Frage des Begehrens gestoßen. Das Begehren und die Ethik sind für Lacan zwei...
3sat, www.3sat.de
11. Juni, 22.20h: «Taxi-Tänzer», Film von Carmen Eckhardt
13. Juni, ab 21.45h: Tanzfilme, u. a. der Spielfilm «Am Wendepunkt» mit Mikhail Baryshnikov, «Dirty Dancing auf Sächsisch», «Die Bauchtanzwelle» sowie «Tanzträume», eine Dokumentation über die Kinder der Staatlichen Ballettschule Berlin
arte, www.artepro.com
11. Juni, Kulturmagazin...
Macras tanzte am 9. März 2001 mit ihren Freunden auf dem schwarz-weiß gekachelten Herrenklo der Berliner Schaubühne. Kein Presseorgan damals, das mit diesen schockierenden Bildern nicht das Ende des guten alten Theaters bewies. Der Tanz rebellierte zwischen zwei Reihen polierter Porzellanpissoirs. Zehn Jahre später bläst die Choreografin aus Argentinien die von...
