Josette Baïz: «Ulysse»
Der französische Choreograf Jean-Claude Gallotta wollte ursprünglich Clown werden. Die humoristische Ader hat er sich denn auch nie ganz verkneifen können. Seine Kompanie in Grenoble, im Rang eines Centre chorégraphique national, heißt noch immer Groupe Emile Dubois. Eine Farce. Schräg und grotesk «spielte» er selbst vor Kurzem den Odysseus in der Wiederaufnahme von «Ulysse», seinem Klassiker von 1981. Josette Baïz flog darin im weißen Kostüm über die Bühne. Choreografie war da noch Ausdruck von Lebensfreude und Zukunftsdrang.
Da passt es, wenn Baïz heute mit ihrer Groupe Grenade «Ulysse» für Kinder bearbeitet. Nicht für die Kinder im Saal, sondern für die auf der Bühne. Vorläufer war «Trois Générations», ein Dreiteiler, in dem Kinder von Grenade dieselbe Choreografie interpretierten wie Gallottas Kompanie.
Grenade ist in Aix und Marseille angesiedelt und bietet den kleinen Teufeln ab sechs Jahren Ausbildung und Perspektive als Berufstänzer. Baïz besitzt schier unerschöpfliche Reserven jenes Optimismus der heute in der Szene so sehr fehlt. Ihre Begeisterung trägt die Kinder, deren Energie wiederum alle ansteckt. In diesem «Ulysse» entpuppen sich kindliche Einfachheit und Direktheit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ulf Gadd hat nicht immer Schwein gehabt. Vielleicht ging er deshalb auf Bali unter die Schweinezüchter. «Schweine werden immer geschlachtet», sagte der erfolgreiche Direktor des Göteborg Ballet vor zehn Jahren in ballet-tanz: «Wenn einer geboren wird, zwei heiraten, jemand stirbt. Ein gutes Geschäft vor allem in armen Gegenden.» Acht Jahre lebte er auf Bali,...
Südafrika. Wellblechhütten, Townships. Das sind Millionenstädte, die in der Apartheid wuchsen. Ausufernde Arbeitermetropolen, endlose Landschaften aus Hütten und Märkten, verbunden mit Eisenbahnlinien und Highways, um Arbeitskraft in Minen und Fabriken zu transportieren. Bis das Fass überlief, und das Geld nach dem Ende der Apartheid aus dem Land floh. Hector...
Pavol Liska und Kelly Copper, Sie leiten das Nature Theater of Oklahoma in New York. Schon Ihr erstes Stück, «Poetics», war ein Tanzstück, genauer: ein ballet brut.
Liska: Vier Jahre, von 1998 bis 2002, haben wir überhaupt kein Theater gemacht und nicht gedacht, je wieder damit anzufangen. Aber dann wurden wir doch wieder neugierig und näherten uns allem aus der...
