gehen wir zu dir
Tanzen kann man überall. Im Wohnzimmer, in der Wüste Negev, im Fahrstuhl. Solange man allein ist. Kaum aber will einer vor wildfremden Leuten in der U-Bahn, im Supermarkt oder auf den Tischen im Restaurant tanzen, da ist Schluss mit lustig. Dann wird die Welt zu eng, der Tanz rückt einem auf die Pelle, und die Haut wird einem unwohl. Wenn einer tanzt, nimmt er sich mutwillig Raum. Darum nehmen wir Anstoß, sobald einer stoßweise seine Gesten in die Luft tanzt, ohne Rahmen, ohne Bühne oder ohne kollektives Klubgefolge.
In Duisburg lebt das Choreografenpaar Avi Kaiser und Sergio Antonino. Die beiden reisten nach Israel. Eingeladen waren sie bei der Tochter der Gründer des Habimah-Theaters in Tel Aviv, Dalia Friedland. Dort tanzten die beiden recht mutwillig, als Dank für die Gastfreundschaft. Es wäre ein lustiger Nachmittag in privater Runde geblieben, hätte in dieser großbürgerlichen Stube nicht Avishai Finkelstein auf den Auslöser gedrückt. Mit dem hier abgedruckten Werk gewann der israelische Fotograf den ersten Preis in der Kategorie «Kultur und Kunst» beim Vorentscheid zum Fotowettbewerb von World Press.
Prompt wollte jeder in Israel die Tänzer Avi Kaiser und Sergio ...
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Jean-Christophe Maillot, hier in Monaco bedient sich der Grimaldi-Staat des 100. Jubiläums der Ballets Russes, um sich als Nation darzustellen. Sie aber haben, mal ehrlich, ein Programm erstellt, in dem Sie sich Stück für Stück offenbar von der Tradition befreien wollen.
Ich habe meine Arbeit für das Jubiläum der Ballets Russes über die ganze Saison konzipiert....
Füße trappeln herein, Flaschen klirren, ein Wasserkocher blubbert, Chipstüten rascheln, Löffel klirren in Kaffeetassen. Im Stockdunkeln setzt das Publikum im Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm die Geräusche unwillkürlich zur Szenerie zusammen. Als das Licht angeht, sieht man: statt Picknickdecken und Chipskrümeln ein Körperknäuel auf der Bühne. May Zarhy und...
Im Sport war er stets der Intellektuelle, unter Intellektuellen immer der Sportler. Unter Tänzern gilt Gilles Welinski als Philosoph, der sich auf jene «Technik des Körpers» bezieht, die der Anthropologe Marcel Mauss als die Art und Weise beschrieb, wie der Mensch sich seiner selbst bedient. Mit dem Spürsinn des Archäologen gräbt Welinski nach einem verlorenen...
