ein staubtuch für petipa
Wenn sich am 12. Dezember im Münchner Nationaltheater der Vorhang für «Paquita» hebt, ist das für viele ein Ereignis wie ein Debüt. Doch die Einstudierung von Alexei Ratmansky ist der Höhepunkt einer konzeptuellen Klassikerpflege, mit der das Bayerische Staatsballett ein weithin beachtetes Beispiel gibt. Beispiel deshalb, weil sich keine Kompanie hierzulande über Jahre hinweg so systematisch um die Erneuerung der Ballettüberlieferung gekümmert hat, ohne darüber das zeitgenössische Repertoire aus dem Auge zu verlieren.
Die Meisterwerke der Moderne stehen hier mit einer unhinterfragten Selbstverständlichkeit auf dem Spielplan. Unter dem Schlagwort «Tanzland Deutschland» werden Entwicklungen aufgezeigt, die das Ballett der Gegenwart geprägt haben. Zugleich wird dem Künftigen insofern ein Weg geebnet, als Richard Siegal noch in dieser Saison innerhalb einer abendfüllenden Kreation die Möglichkeiten eines zeitgemäßeren Choreografierens erforscht.
Ob Konstanze Vernon von Anfang an dieses programmatische Spektrum beabsichtigt hat, lässt sich nicht mit absoluter Gewissheit sagen. Der Dramaturg Wolfgang Oberender vermutet vielmehr pragmatische Gründe, die letztlich zur stilistischen ...
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Tanz Dezember 2014
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Hartmut Regitz
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Im Pariser Palais Garnier hat gerade eine Abschiedszeremonie die andere abgelöst. Nicht nur Madame la Directrice, Brigitte Lefèvre (siehe S. 32), quittierte den Dienst, auch die Étoiles Agnès Letestu und Isabelle Ciavarola stiegen vom Ballettfirmament herab. Aber vielleicht hat das Publikum keinen Verlust mehr betrauert als den von Nicolas Le...
Frank Castorfs Vertrag läuft 2016 aus. Danach wäre eine großartige Ära vorüber, die das Lebensgefühl der Wende und Nachwende an der Berliner Volksbühne abgebildet hat wie an keinem anderen Haus. Und nun? In anderthalb Jahren könnte man alles wieder auf Normalnull runterpegeln. Dabei wurde doch an der Volksbühne schon immer wild gedacht, über das Theater, mit dem...
Dieser Abend hebt zwar ästhetisch noch nicht ab, trotzdem stimmt die Richtung hoffnungsfroh: Tim Plegge, Richard Siegal und Alexander Ekman schieben das neu gegründete Hessische Staatsballett in den «Aufwind». Alle drei Choreografen geben den Tänzern handfeste Requisiten mit, als ob das Ballett noch ein Geländer bräuchte beim Abfliegen und Aufflattern. Der junge...
