krefeld on tour

julio césar iglesias ungo «invisible wires»

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Der kleine, bärtige Dymitry Szypura lacht schallend ins Mikrofon: «Isn‘t it beautiful to die? I just love it!» Der Mann weiß, wovon er spricht. Eine gefühlte halbe Stunde war er tot – jedenfalls hat er es seinen Partner glauben gemacht. Hat sich von ihm wie eine Schlenkerpuppe bewegen lassen zu einem tragikomischen Totentanz. «Stop it!», hat Janis Heldmann ihn angefleht, um dann mit dem Mut der Verzweiflung Tangoschritte mit ihm zu tanzen und seine Hand zu küssen: «You‘re a pretty good dancer. You‘re my best friend ever.

» Die Freundschaft zu einem «Toten» ist die absurdeste Form einer Beziehung, die dem Choreografen Julio César Iglesias Ungo in den Sinn gekommen ist. Der Kubaner untersucht in seiner neuen Produktion «Invisible Wires» Mechanismen und Belastbarkeit von Freundschaften – und tastet Grenzen ab. Ungo ist ehemaliger Vandekeybus-Tänzer und deutlich geprägt von der Ästhetik des radikalen Belgiers.

Als die Frustrationstoleranz bei Janis Heldmann ausgereizt ist, bricht ungeheure Energie aus ihm heraus, die sich in einem fantastischen HipHop-Solo entlädt. Der Tänzer mit dem blonden Pferdeschwanz ist ein außergewöhnlicher Mover – wie die drei anderen Männer und die Tänzerin ...

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Tanz November 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 36
von Bettina Trouwborst

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