Q & A

Fragen an unseren Illustrator Eiko Ojala

Tanz - Logo

Eiko Ojala, was ist Ihnen beim Anfertigen Ihrer Arbeiten zum Thema «Grenzen» für das Jahrbuch tanz durch den Kopf gegangen?
Als ich mich mit dem Thema befasst habe, wollte ich nicht nur die physischen Grenzen untersuchen, die uns umgeben, sondern vor allem auch die Frage, wie sich solche Grenzen auf unser Inneres auswirken. Wie sie unser Denken und Handeln bestimmen. Dabei habe ich immer vor Augen gehabt, dass das Menschsein etwas Schönes ist.

Sie leben in Tallinn, der Hauptstadt eines kleinen EU-Mitgliedstaates in direkter Nachbarschaft zu Russland.

Da liegt der Gedanke an Grenzen nahe. Hat die geografische Lage Estlands einen Einfluss auf Ihr Leben und Ihre Kunst, oder fühlen Sie sich eher als Kosmopolit?
Ja, das beschäftigt einen schon, aber man lernt, damit zu leben. Für mich ist die künstlerische Arbeit ein Ventil, um solche Spannungen abzubauen, heute allerdings etwas weniger als früher. Aber ich erinnere mich noch an die 1990er-Jahre, als ich ein kleiner Junge war und die Sowjetunion zerfiel. Da waren die Spannungen hier beträchtlich. Ich habe damals ununterbrochen gezeichnet – Soldaten, Panzer, Gewehre –, um all das zu verarbeiten. Als jemand, der in einem kleinen Land ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Ästhetik: Ins Offene, Seite 116
von Marina Dafova

Weitere Beiträge
Gender Trouble

Wer über körperliche Grenzgänge im Tanz nachdenkt, der wird ermitteln müssen, was Grenze in diesem Zusammenhang bedeutet. Er wird Aktionen, Inszenierungen oder Wahrnehmungsmomente suchen, in denen der Körper Abgrenzungen überwindet, von einer Seite der Grenze auf die andere wechselt oder zwischen Wechsel und Nicht-Wechsel changiert. Das bedeutet auch, nach den...

Die Hoffnungsträger

John Neumeier hatte einst eine, die ihm bei seinen Handlungsentwürfen, etwa für «Illusionen – wie Schwanensee», sehr geholfen hat. Das Bayerische Staatsballett konnte bis eben sogar von einem Duo (w/m) profitieren, das das Profil der Tanztruppe entscheidend geprägt hat. Martin Schläpfer weiß, dass er sich selbst bei den abstraktesten Bewegungsspielereien mit seinem...

Die Hoffnungsträger

Christoph Böhm, geboren in Halle an der Saale, absolvierte seine Ausbildung von 1982 bis 1986 an der Fachschule für Tanz in Leipzig. Mit Beginn seiner Tanzkarriere weckte er bald einige Hoffnung – und erfüllte sie insbesondere als Erster Solist im Ballett der Oper Leipzig unter Uwe Scholz. Ab 1991 bis zu seinem Tod 2004 schuf der Choreograf für Böhm etliche...