Showtime
Kein Stargast in Sicht? Davon lässt sich Ros-tock doch die gute Laune nicht vermiesen! Dass die amtierenden Eiskönige, die Weltmeis-ter und Olympia-Sieger Aljona Savchenko und Bruno Massot, nur auf Plakaten prangen – geschenkt. Weil der Trainer des Traumpaars einem Herzinfarkt erlag, kurz bevor «Showtime» vom Stapel lief, fällt der Auftritt flach. Bis auf Weiteres muss die Jubiläumsproduk-tion, mit der Holiday on Ice seinen 75. Geburtstag feiert, ohne das Duo auskommen.
Aber dafür gehen sieben Principals an den Start, die auf dem Eis eine Mega-Show abziehen: Kufen-Revue statt Kunstpurismus. Die zweistündige Aufführung bringt Rostocks Stadthalle zum Brummen – bis hinauf unters Dach, wo Oma und Enkel und Papa und Mama die ganze Chose per Smartphone festhalten. Als verwackelte Doku wird «Showtime» in unzählige Familienvideotheken Eingang finden, bleibende Erinnerung an ein XXL-Event, was Licht, Ton, Garderobe und grafische Animation betrifft. Fantastische Gimmicks, denen die Choreografie nicht immer standhält.
Holiday on Ice ist eine Institution, gewissermaßen das eisige Pendant zum Berliner Friedrichstadtpalast. Jahr für Jahr wird ein neues Format aufs Eis gezaubert, und das, seit ...
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Tanz Januar 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Dorion Weickmann
Plovdiv in Bulgarien hat sich ebenso reizvoll als «Kulturhauptstadt 2019» rausgeputzt, wie man es aus gleichem Anlass mit den Höhlen im apulischen Matera- tun wird. In Plovdiv aber, auf dem zentralen Boulevard zu Füßen der drei Altstadt-Hügel, lassen sie es richtig krachen zwischen Volkspark und Fußgängerzone. Der Berliner Choreograf Sven Sören Beyer hat einen 30...
Ob Donald Trump, Kim Jong-un, Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdogan – Egomanen wie sie machen die Welt zu einem Ort, wo das Recht des Stärkeren, Ausgrenzung und Misstrauen – wenn nicht nackte Angst – regieren. Ein junger Kanadier bietet ihnen künstlerisch die Stirn: Robert Binet. Für das Ballett am Rhein kreierte der 27-jährige Lockenkopf seine «New World» und...
Das kann ja heiter werden. Bevor die Vorstellung richtig beginnt, treten die zwanzig Tänzer und Tänzerinnen vor den Vorhang und stellen der Reihe nach ihre persönliche Beziehung nicht nur zu dieser «Romeo und Julia»-Produktion her. Noch scheinen alle nackt; die fleischfarbenen Bodys lassen allerdings manchen Muskel, aber auch Geschlechtsteile monströs hervortreten....
