ausstellung
war ein «interdisziplinäres Experiment 1933 – 1957», so der Untertitel der Berliner Ausstellung im Museum Hamburger Bahnhof. Diese Schule in den Rocky Mountains war zunächst ein Zufluchtsort. Der Reformpädagoge Andrew Rice wurde an seinem College im kalifornischen Florida gefeuert, zeitgleich floh das Bauhaus vor den Nazis. 1933 kamen Josef und Anni Albers hierher, um statt Sparten und Akademismus den freien Austausch der Ideen zu stärken. Es lehrte, unter vielen, auch Albert Einstein.
Vor allem die Studenten aber kamen zu Weltruf: Merce Cunningham, John Cage und Robert Rauschenberg speisten ihren Hang zur Natur, zu Pilzen und zur Einfachheit in der schulischen Notwendigkeit zur Selbstversorgung. Sie halfen mit, das Schulgebäude zu bauen und betätigten sich, wie längst verbürgt, als Erfinder eines neuen Tanzbegriffs. Den erstaunlichen Swing der Dokumente aus dieser Zeit arrangieren die bewegungsaffinen Architekten von raumlaborberlin emotional ansteckend.
Noch bis zum 27. September; smb.museum/hbf;
Berlin, Martin-Gropius-Bau
«Tino Sehgal»: Der Künstler, 2013 mit dem «Goldenen Löwen» in Venedig ausgezeichnet, zeigt einige seiner situativen Werke, erfahrbar nur im Moment, in dem der ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 56
von
In der «Geschichte vom Soldaten» lässt der Teufel die Flammen züngeln, und im «Feuervogel» entfacht Sidi Larbi Cherkaoui anschließend einen solchen Bühnenzauber, dass man fast um das Theater fürchtet. Ein Regenguss wäre da mehr als willkommen. Den hat es allerdings schon im Anfangsbeitrag von Marco Goecke gegeben, der nicht nur aus Qualitätsgründen an das Ende...
ist der Stoff, aus dem Theater gemacht wird. Der Autor begegnet einem Thema, die Choreografin einer Vorlage, der Tänzer einer Choreografie – bis zuletzt das Publikum auf eine Aufführung trifft. Jeder Entwicklungsschritt wird dokumentiert, auf Fotografien, in Filmen, für Archive. So verwandelt sich die Begegnung in Material, in eine Konserve, die das Lebendige des...
Nachdem wir nicht mehr einen Koffer voller Wecker, Kompass, Schreibmaschine, Landkarte, Kalender, Kamera und dergleichen durchs Leben schleppen, nachdem auch Radio, Spiele, Taschenlampe, Bücher, Platten und die Wetterstation den allerkleinsten Platz im Telefon gefunden haben, rückt der schwer erleichterte Körper selbst in den Fokus. Wo einst die Armbanduhr saß,...
