die götter des balletts
Griechische Götter brauchen Waffen. Einen Dreizack, eine Leier, einen Blitz. So stellen sie die bekannten Naturgewalten dar, als Götter der Stürme, der Künste und des Schicksals aber wer kommt schon darauf, eine Balletttänzerin als Naturgewalt zu betrachten? Zeus trägt hinterrücks eine Pistole, Apollo einen Degen, Poseidon einen Dolch. Diese Götter sind unmissverständlich weiblich, sie sind wehrbereit und angriffslustig.
Yinka Shonibare, britischer Künstler mit nigerianischen Wurzeln, sieht sie als zornige Statthalter vor dem Hintergrund sämtlicher Krisen, vom Klima bis zum Kapitalismus.
Modell gestanden hat ihm die Irin Melissa Hamilton vom Royal Ballet. Derzeit beglückt sie die Dresdner Semperoper (tanz 8-9/15). Bei Shonibare ist ihr Tutu aus afrikanischem Tuch gewirkt, ihr Spitzentanz in Fiberglas verewigt. Beides solle, so Shonibare, auf den Viktorianismus, das koloniale Erbe verweisen. Statt eines Gesichts thront die Erde auf ihrem Körper. Denn niemand kann die Welt außerhalb der Welt denken. Nur durch unsere Vorstellung von Göttern, die diese Erde erschaffen, mit ihr spielen, sie wahlweise auch vernichten oder gebären, erkennen wir Götter überhaupt an, nämlich als Ebenbilder ...
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Tanz November 2015
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann
audition
En-Knap Productions & EnKnapGroup Dance Company, Ljubljana, Slovenia
experienced dancers and actors (f/m)
Audition: 28, 29 November in Ljubljana
Deadline: 16 November
Applications with CV, contact details, and photo to:
goran.pakozdi@en-knap.com
event
20 Jahre TANZINOLTEN
Jubiläumsfestival, 18.–22. November
In der Jubiläumsausgabe prägen atemberaubende...
Was haben wir da gerade gesehen? Renaissance-Tanz, Modern Dance, Postmodern Dance? Auf jeden Fall eines jener seltenen Stücke, die zugleich höchst anregend sind, zeitweise lustig, und die einen am Ende dennoch ziemlich verwirrt zurücklassen. Was sollen all die drolligen pseudo-historischen Kostüme bedeuten? Schwer zu sagen.
Andere Fragen sind drängender. Etwa, wie...
In jedem größeren Ort mindestens eine kunsthistorisch bedeutsame Kirche, in jeder halbwegs traditionsbewussten Stadt ein eminentes Museum, und oft genug selbst in der kleinsten Kapelle am Wegesrand noch ein Fresko, das man gesehen haben muss: Italien ist ein Land der Kultur, eine Kulturmarke. Und trägt schwer daran. Seit über zwei Jahrzehnten ist klar, dass der...
