austausch
Mario Schröder, Sie haben nach Ihrem Amtsantritt als Leipziger Ballettchef 2010 auch die Reihe «Tanz in den Häusern der Stadt» ins Leben gerufen. Sehr erfolgreich, weil Sie dem Publikum gleichsam auf die Pelle rücken. Ballett hautnah, wenn man so will. Im Rahmen der Projektreihe bespielen Sie nun ausgesuchte Orte außerhalb des Theaters. Es gibt sicher mehrere Gründe, weswegen Sie diese Aktion initiiert haben. Aber kommen Sie Ihren Zuschauern dabei wirklich näher als im Theater? Ich war immer jemand, der versucht hat, Ballett zu kommunizieren.
Das funktioniert, indem man einerseits begreiflich macht, was das eigentlich ist, und andererseits versucht, eine Auseinandersetzung darüber in Gang zu setzen. Schließlich erschöpft sich die Arbeit eines Ensembles nicht in einem Endprodukt, das man zur Bewertung auf der Bühne vorstellt. Da gibt es noch ganz anderes.
Zum Beispiel? Den Raum. So wie wir durch ihn beeinflusst werden, können wir ihn beeinflussen, indem wir ihn nicht nur brechen, vermitteln oder eins zu eins wiedergeben in seiner Funktion, sondern ihn mit Inhalten füllen, die wir mitbringen aus unserer Kultur. Die jeder einzelne Tänzer mitbringt aus seiner Kultur. Mir war und ist ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Wahrheit, Schock, Nervenkitzel, Seite 60
von Hartmut Regitz
Für «Insideout», ein Raum-Tanz-Projekt von Sasha Waltz, bei dem die Performer sich selbst inszenierten, erfand Laurie Young eine grandiose Mikroszene: Sie drehte den Kopf zu einem unsichtbaren Gesprächspartner und antwortete: «No, I am Canadian». Indem sie die Frage wegließ («Are you Chinese?»), erschuf sie mit einem Satz, einer Geste einen kompletten Alltagskosmos...
Brigitte Lefèvre, Sie haben am Pariser Opernballett ein Repertoire aufgebaut, das von Pina Bausch bis William Forsythe, von Filippo Taglioni und Pierre Lacotte bis Wayne McGregor reicht. Also von tradition totale bis innovation totale. Dabei war nicht nur fast alles vertreten, was in der Welt des Tanzes Rang und Namen hat – sondern auch jede denkbare emotionale...
Gerade mal zwei Spielzeiten tanzt Ksenia Ryzhkova am Moskauer Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater. Und schon ist sie zur führenden Ballerina der nach dem Bolshoi Ballet zweitgrößten Truppe Moskaus geworden. Zu ihrem Repertoire zählen die klassischen Partien – etwa Odette-Odile im «Schwanensee», Giselle oder Mascha im «Nussknacker». Bereits 2013...
