schöne spannung
Welche Sylphide weiß schon, wie der eigene Muskeltonus beschaffen ist? Oder dass die Propriozeptoren der Haut mitbestimmen, wie gut sie sich erdet, um als Luftwesen optimal zu schweben? Trotz der Erkenntnisse aus Hirnforschung, Embodiment-Recherchen und Tanzmedizin wird der Ballett-Körper noch immer wie eine normierte Maschine auf Hochleistung programmiert. Nur wenige klassische Pädagogen stellen das en dehors in Form der typischen, oft rigoros eingeforderten 180-Grad-Außenrotation der Hüftgelenke infrage.
Mag sein, dass sich im stillen Kämmerlein Skepsis einschleicht, wenn Verletzungen überhandnehmen, wenn Zweifel an der Begabung für die heiß geliebte Kunstform das Ende einer Karriere markieren. Schmerz, Druck, Angst, Zwang scheinen seit Jahrhunderten zum Ballett-System zu gehören wie das Tutu, der Spitzenschuh und Painkillers. Lust, Leichtigkeit, Langsamkeit, Ökonomie, anatomisches Know-how, Durchlässigkeit, Kreativität – wer davon träumt, muss oft lange nach der richtigen Anleitung suchen.
Mehr Leidenschaft beim Tanzen
Regina Baumgart hat den Atlantik übersprungen, um das zu finden, was sie heute lehrt und mit Hingabe selbst täglich praktiziert: ein gesundes, funktionsgerechtes ...
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Tanz Juni 2016
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Irene Sieben
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Acht junge Männer, die sich ihrer körperlichen Erscheinung nicht zu schämen brauchen, halten ein kleines Spielfeld besetzt. In Paaren oder Dreiergruppen konzentrieren sie sich auf eine Art Basketball. Zugleich schauen sie dem Besucher, der sich durch ihre Spielzüge bewegt, gern aufmerksam und bisweilen leicht erschrocken in die Augen. Vielleicht kommt ihre...
Zwei Reisen durch die Nacht, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Ballettdirektor Yaroslav Ivanenko hat den Choreografenkollegen Darrel Toulon zur Einstudierung einer revueartigen Ballettsause namens «Blame it on the Moondog» mit dem Ballett-Ensemble eingeladen, während er selbst den Abend im Opernhaus Kiel mit einem traumwandlerischen Trip in die...
