Transition
Ein Tänzer hört auf zu tanzen. Einer? Alle. Bis auf seltene Ausnahmen beenden Tänzer ihren Beruf in einem knackigen Alter, Jahrzehnte vor der Rentengrenze. Das weiß jeder, der mit dem Tanzen beginnt, aber er denkt nicht dran. Eine Reihe von Studien bezeugen: Das Berufsende ist tabu.
Nichtmehrtanzen ist keine Schande, sondern normal. Nur nicht für einen selbst. Der Tanzberuf lässt sich nicht wie ein hübscher Mantel ablegen. Das Tanzen steckt in einem drin; das Getriebe läuft jahrelang von morgens bis abends; bei freischaffend jobhopsenden Tänzern nur unregelmäßiger.
Was passiert, wenn dieses Rotieren stoppt?
Das Fachwort für den Übergang von der Tanzkarriere zum nächsten Beruf ist das englische «Transition», vom Lateinischen «transire» für hinübergehen, überqueren. Ein aktives Verb. Es geht ums Tun, um Entscheidungsschritte: 1. Motor abstellen, aufhören, 2. neue Blickrichtung wählen, 3. losgehen. Die Wege hinüber sind mal gerade, mal krumm, manche lang, manche kurz.
Der Grund zum Aufhören beeinflusst alles Weitere: a) Hat man selber entschieden, oder b) zieht der Körper wegen Verletzung oder Verschleiß die Bremse oder c) muss man sich dem Beschluss anderer fügen? Ersteres kann, wie ...
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«Ich bin neugierig, wie ‹Intime Briefe› wirken werden. Es ist meine erste Komposition, deren Töne durch alles Liebe glühen, was wir miteinander erlebt haben. Hinter jedem Ton stehst Du, lebhaft, unbändig, liebevoll. Der Duft Deines Körpers, die Feuerglut Deiner Küsse – eigentlich nicht – der meinen. Aber die weiche Zartheit Deiner Lippen. Meine Töne küssen Dich....
Er hat etwas von einem Apoll. Im Ballett begleiten ihn vier Frauen, die das Programmheft nicht ganz grundlos als seine Musen bezeichnet. Gleich einem Gott fühlt sich Percy Bysshe Shelley frei genug, seine Liebe so zu leben, dass sie sich in seinen Gedichten zur reinsten Poesie läutert. «Vielleicht hätte er», schrieb Wolfgang Koeppen über einen der bedeutendsten...
Gerda Königs Stücke spielen mit der Fähigkeit, der «Ability» – in dem sie mit disabled dancers arbeitet, ein Wort, das wohl kaum mit unfähig zu übersetzen ist. Dabei wirkt ihr Tanztheater oft etwas naiv zusammengehäkelt, wie bei anderen auch. Die Kölnerin hat auch Sinn für Pathos, aber bei ihr wirkt es schwerer. Das liegt am Betrachter, der einem behinderten Körper...
