In der Mühle
Stepper, Laufband, Ergometer – jeder kennt die schweißtreibenden Optimierungs-Apparaturen, an denen fitnessbewusste Naturen ihre Körper knechten. Aber haben Sie schon mal von der «Euphemismus-Tretmühle» gehört? Klingt ebenfalls nach Anstrengung. Und irgendwie auch nach Ausweglosigkeit.
Den Begriff verdanken wir dem auf Psycholinguisik spezialisierten, in Kanada gebürtigen Sprachwissenschaftler Steven Pinker, der ihn erstmals in seinem Buch «The Blank Slate» (2003) prägte.
Dort bezeichnet der Harvard-Professor mit «euphemism treadmill» einen Prozess, bei dem ein neues Wort, das als Ersatz für eine bisherige, mittlerweile als verletzend empfundene Bezeichnung eingeführt wird, allmählich selbst eine negative – d. h. von der bezeichneten Gruppe als abwertend empfundene – Konnotation erfährt. Um schließlich, wenn der Zeitgeist es so will, abermals ausgemustert und ausgetauscht zu werden. Treffliche Beispiele, die bereits mehrfach durch die Mühle gedreht wurden: «Homo», «Asylant», «Neger», «Krüppel» ... Darf man diese Wörter überhaupt noch in den Mund nehmen? Allenfalls, so scheint es, wenn man selbst der in Rede -stehenden Gruppe angehört.
Im Duden ist der Eintrag zum Substantiv ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Marc Staudacher
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