Eonnagata
Robert Lepage, dessen Name in deutschen Feuilletons nie ohne den Zusatz «der Theatermagier» vorkommt, ist bekannt dafür, dass seine Stücke bei der Premiere nicht fertig sind. Seit jeher begreift er seine Arbeiten als work in progress. Und weil der Weg das Ziel ist und die Kunst wie das Leben ein Fluss in Bewegung, erweitert, kürzt und ändert er seine Stücke bis zur letzten Vorstellung.
Das hält sie frisch, die Darsteller alert, es schützt vor Routine und bringt Kritiker zur Verzweiflung, weil sie nichts festnageln können, nur unterschiedliche Aggregatszustände erleben, die fürs Ex-Cathedra-Diktum nicht taugen. So ist das, wenn Lepage Theater macht, was er seit fast dreißig Jahren erfolgreich auf der ganzen Welt tut.
Seine zeit- und raumumspannenden Familienepen tragen die Kinderlust am Erfinden von Welt in sich und sind legendär für ihre trunkenen Bilder und die Verzauberung, die sie bewirken – das jüngste, derzeit auf Welttournee, heißt «Lipsynch» und dauert geschlagene neun Stunden. Auch seine Soli («The Far Side of the Moon», «The Andersen Project») erzählen in der kleinen, privaten Geschichte stets auch die große, die politische, zeigen die Suche nach Identität und das Reisen ...
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Indien in Salzburg
Die SommerSzene Salzburg drückt nicht nur den Altersdurchschnitt beim Festivalpublikum im Alpenschatten der Luxuskunst. Legendär sorgsam kuratiert, geht sie offensiv gegen jede Art von Beschränkung an, ob sie Generationen, Kunstsparten oder Kulturen einpfercht.
2009 stehen Begegnungen mit der indischen im Vordergrund. Die wichtigsten Vertreter...
Sie ist Anfang vierzig und sie hat vor einigen Monaten ihren Chefposten geschmissen. Neun Jahre lang war Henrietta Horn Leiterin des Folkwang Tanzstudios in Essen. Auf dem Papier hat sie sich den Job zwar mit Pina Bausch geteilt, aber die half dem FTS nur mit respektgebietendem Namen. Henrietta Horn wollte die Verantwortung für andere, jüngere Tänzer nicht mehr. Zu...
Was nicht zu beweisen ist. Denn es stimmt. Ebenso, dass in acht Jahren aus dem Tanzquartier Wien, tqw genannt, das Modell eines Anti-Theaters entstand, von dem sich stimmig sagen lässt: «Tanz ist denkbarer als schön». Schuld daran ist Sigrid Gareis, die sich vom 24. bis zum 26. Juni mit Schlachtplatte, einem Buch und einer heftigen Party ins Leben einer Solistin...
