wiesbaden: stephan thoss «made in love»
«Made in Love» steht auf dem Etikett des jüngsten Dreier-Abends am Hessischen Staatstheater. Wäre dieser ein Pullover, sähe sein Rumpfteil dank vertracktem Muster super aus, ein Ärmel erschiene kurz und gut, der andere dagegen halblang und verzogen. Diesen fehlerhaften Abschnitt hat Giuseppe Spota geliefert, Tänzer im Ensemble, der inzwischen auch als Choreograf aktiv ist, sogar wettbewerbspreisgekrönt. In «Abi/Tiamo» aber verliert er sich im selbst entworfenen Bühnenbild.
Die Menschen behindern sich mit Wänden, meint er laut Programmheft, also stellt er Wände hin: gebogen, verschiebbar, mal mit Durchgang, mal ohne. Wird es umgerannt, mutiert so ein Ding zum Brücklein, das unter den Tänzerschritten unfreiwillig scheppert. Mann und Frau, Frank Fannar Pedersen und Ayumi Sagawa, haben manchmal ein eiliges Duett. Sie geht dabei zu Boden. Die Hast treibt sie auseinander, zumal da häufig auch noch sechs Ablenker herumquirlen mit gespenstisch geweißten Gesichtern. Sie gehören vielleicht zu der hinten auf einem weißen Riesenrock thronenden Frau. Die Mutterkomplexfee, umsäuselt von Phil-Glass-Streichern.
Ballettdirektor Stephan Thoss beglückt vorneweg mit zwei neuen Stücken, für die er ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Melanie Suchy
«Unsere Bibel», sagt Sergei Danilian, lässt sein gewohnt breites Lächeln aufblitzen und deutet auf André Tubeufs imposanten Bildband über die Ballets Russes – jene legendäre Kompanie, die den Westen im frühen 20. Jahrhundert in ihren Bann schlug und eine ebenso legendäre Fülle an Tänzern, Kollaborationen und Skandalen hervorbrachte: Waslaw Nijinski, «Parade», die...
ausstellung_________
edgar degas. das spätwerk
In seiner postimpressionistischen Schaffensphase bevorzugte Edgar Degas (1834-1917) Pastellkreide als Zeichenutensil, um Tänzerinnen darzustellen. Dank der schmiegsamen Substanz der Stifte wird jede Farbe puderfein aufs Papier gestreut – was, wie die Schweizer Schau zeigt, der Flüchtigkeit des Sujets und der...
braucht neues Briefpapier: Seit Mitte November darf sich ihre Kompanie offiziell «Badisches Staatsballett Karlsruhe» nennen. Anders als bei den großen Schwestern in München und Berlin, wo mit dem Titel Staatsballett vor allem strukturelle Änderungen verbunden waren – beim Bayerischen Staatsballett 1989 eine weitgehende Emanzipation vom Opernintendanten, in Berlin...
