Susanne Linke
Susanne Linke ist wahnsinnig ehrlich und kein bisschen in sich selbst vernarrt. Dem Herausgeber ihrer großformatigen ersten Monografie Schritte verfolgen, Norbert Servos, legt sie in zahlreichen Sitzungen das Leben einer großen Lady des deutschen Tanzes aus. Man liest mit Respekt und in aufsteigender Linie ein freies Leben ohne Abschließendes und ahnbares Ende. Susanne Linke (© Bettina Stöss) ist für heutige Tänzer und Choreografen eine erste und letzte, weil grundehrliche Verbindungslinie zwischen Dore Hoyer und der Postmoderne.
Mit erstaunlicher Geradlinigkeit rekapituliert sie eine schwere Kindheit, die ihr aufgrund einer Meningitis verwehrte, richtig hören und damit sprechen lernen zu können. Tanz war zuerst Flucht und Freiheit, später auf Einladung von Dore Hoyer das Mittel der Arbeit an sich selbst und zur Transzendenz «aus alltäglicher Not», wie Norbert Servos schreibt. Also notwendige, konzentrierte Kunst, Widerstand gegen sich selbst, ein Kampf, der heute die Bewunderung vor allem der Generation findet, die weit entfernt von «Tradition» aufwächst. Ihre Arbeit macht sie sogar in Tagebüchern transparent, die sie freimütig überließ. Nach Themen geordnet, versuchen sieben ...
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Ein beinah noch junger Mann wundert sich in der Bar des kleinen Wiener Konzerthaustheaters. Er sei zufällig hier bei Wien Modern hereingeschneit, sagt er. So viel junges, ausgelassenes Publikum bei einem Festival für Neue Musik – an einem mehrteiligen Abend, der «Maurische Mauern» heißt und James Joyce zum Thema hat. Der Mann hat mehr elitäre Abgehobenheit...
Ende November ist der langjährige Görlitzer Ballettdirektor Franz Huyer an einer Herzkrankheit gestorben. Der 53-jährige gebürtige Österreicher arbeitete seit 1992 am Musiktheater der Neißestadt. Huyer war bekennender Anhänger des Erzählballetts, schuf aber auch zahlreiche sinfonische Werke, oft in eigenen, markanten Ausstattungen. In einer bemerkenswerten ersten...
