Stuttgart: Brunelle, Waldmann, Goecke, Gauthier, Foniadakis «Grandes Dames»

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Diesen Abend verdanken wir der «New York Times». Die Zeitung mit der vorbildlich umfangreichen Tanzkritik hatte Eric Gauthier geärgert, als seine Kompanie vor zwei Jahren beim «Jacob’s Pillow Festival» eingeladen war. Wie alle anderen Gäste hatte auch Gauthier Dance nur männliche Choreografen im Programm, war dann aber die einzige Kompanie, die das hinterher über sich lesen durfte. Impulsiv wie er ist, setzte Gauthier einen reinen Choreografinnen-Abend an – und erwischte, die Nachfrage zieht ja derzeit mächtig an, immerhin zwei der seltenen Spezies.

Ihre Stücke hätten kaum gegensätzlicher ausfallen können.  

Das synchrone Pulsieren des Herzschlags ist die Grundlage für Virginie Brunelles sanftes «Beating», das unter einem Potpourri allzu bekannter Musik leidet. Das weiche Bewegungsrepertoire geht kaum übers moderne Ballett hinaus, und doch atmet dieser Stil eine seltsam aufrichtige Frische. Ungekünstelt, ohne intellektuelle Verquastheit erinnert sich Brunelles Tanz an die feine Unschuld der Bewegung.  

Es folgt lautes Peitschenknallen: Pferdebeinartige, gefährlich hohe Stelzen machen aus der Tänzerin Anneleen Dedroog eine unerbittliche Leder-Domina. Fünf halbnackte Opfer ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Kritik 10/18, Seite 44
von Angela Reinhardt

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