Das Fest der frechen Füße

Sonia Sabri: «RED» in Düsseldorf

Tanz - Logo

Der Anfang gehört der Musik, und auch im weiteren Verlauf ihres abendfüllenden Kathak-Tanzstücks  hat die Choreografin Sonia Sabri ihrer kleinen Band weite Freiflächen eingeräumt. Das ist kein Fehler, denn die Musik, komponiert von Sarvar Sabri, dem Ehemann , ist, auch ohne Tanz, hinreißend schön.

Die Saxofone von Alvin Davis, der seine Blues-Töne wie von ganz entfernt klingen lässt wie seine amerikanischen Vorbilder, John Coltrane etwa, vermählen sich mit den Tabla-Rhythmen, die Sarvar Sabri vorgibt, und dem Gesang seines Bruders Gulfam auf magische Weise zu Melodien, die ihre klassisch-indische Herkunft nicht verleugnen – und damit exakt dem entsprechen, was die drei Tänzerinnen auf die Bühne zaubern werden.
«RED» ist eine  rund zweistündige Choreografie, die Sonia Sabri mit ihrem Ensemble innerhalb von 14 Monaten daheim in Birmingham, aber auch in Indien entwickelt und im Tanzhaus NRW in Düsseldorf uraufgeführt hat. «RED» besteht aus zwei halbwegs gleich langen Hälften, die in je drei Teile untergliedert sind und immer andere emotionale Aspekte der  Farbe Rot versinnbildlichen: die rote Wut  oder jene nano-kurzen Vibrationen, die in ihrer rasend schnellen Abfolge zur Farbe Rot ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2005
Rubrik: On Stage, Seite 46
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Aus für abcdancecompany?

Michael Birkmeyer, Intendant des Festspielhauses St. Pölten, spricht von einer Niederlage. Die von ihm und dem Choreografen Nicolas Musin vor zweieinhalb Jahren gegründete abcdancecompany wird Ende der Spielzeit aufgelöst. Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll hatte ein Budget für drei Jahre zugesagt. Nun wird evaluiert und gefragt, ob das Produkt...

Köln: Hommage à Robert Cohan

Die Tanzstudenten der Musikhochschule Köln haben einen prominenten «Patenonkel»: den Choreografen Robert Cohan, langjähriger Leiter des London Contemporary Dance Theatre. Und der ist spendabel: Seit der Neugründung des Studiengangs Tanz 1997, als das Institut für Bühnentanz im Fachbereich 3 der Staatlichen Hochschule für Musik Köln aufging, hat er den rund 60...

Und trinkt und trinkt

Wagner Schwartz zieht über seinen nackten Körper eine Schürze, bindet sie sorgfältig am Rücken zusammen, breitet akkurat die drei Meter Stoffbahn, aus der die Schürze besteht, auf den Boden aus und lässt sich selbst mit nacktem Popo auf diesen nieder. Kapriziös und anmutig wie eine japanische Geisha. In der nächsten Viertelstunde wird Wagner Schwartz eine Flasche...