seniors rocking
Weiße Kleinbusse brachten sie an den Rand dieser Wiese nahe der Lagune in der San Francisco Bay Area. Langsam bewegen sich Damen und Herren zwischen 65 und 100 Jahren auf die in Reihen stehenden Schaukelstühle zu. Sie nehmen Platz und der Tanz beginnt. Sie öffnen Arme und Brust, beugen sich nach vorn, klatschen, flattern mit den Händen. Synchron, zum Beat der Trommeln und den Klängen des eigenen Songs.
Schaukelstuhl, das erinnert an die Geborgenheit in der Wiege und an die Großeltern auf der Veranda.
Der Schaukelstuhl steht für die Ruhe in der Bewegung und den Bewegungen von Ruheständlern. In Anna Halprins Projekt «Seniors Rocking», über das Ruedi Gerber, Regisseur des Halprin-Porträts «Breath Made Visible», einen Film gedreht hat, wird der Schaukelstuhl, der rocking chair, zur Tanzbühne.
Mit rund 50 Bewohnern des Redwoods Retirement Center hat Anna Halprin unter kalifornischer Sonne ihr Projekt gestartet. «Tanzen ist nicht nur für die Jungen reserviert», sagt sie, «jeder kann tanzen.» Konsequent hat sie alles Material, das ihr die Tänzer anboten, für die Choreografie verwendet. Sauerstoffwägelchen und Rollator behindern zwar den Radius, nicht aber den Groove.
«Seniors Rocking» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Katja Schneider
Nele Hertling, welche Rolle spielte die Akademie der Künste bei der Etablierung der «Berliner Festwochen»?
Die Akademie hatte eine Villa in Dahlem, aber noch keinen Veranstaltungsort, erst 1960 das Studio, die Bühne am Hanseatenweg. Dirk Scheper arbeitete damals über Kontakte seiner Eltern als Helfer für Ausstellungsbauten. Meine Mutter arbeitete in der...
Wie oft hat man es uns schon erklärt: Es sei ein Drahtseilakt, die Kunst eines Künstlers mit seiner Biografie erklären zu wollen. Umso mehr schlingert man bei den Ohnos: Ihr Privatleben und ihre Performancekunst liegen so nah beieinander, dass es unmöglich ist zu sagen, wo das eine anfängt und das andere aufhört. Es sind nur wenige Schritte von ihrer Küchentür zum...
Gott sieht alles. Jesus blickt dich an. Nur du, wohin schaust du selbst? Wie fühlst du dich im Anblick von Alter, Schwäche und der Abhängigkeit von Fürsorge? Romeo Castelluccis «Sul concetto di volto nel figlio di Dio», zu Deutsch etwa: «Über das Konzept des Gesichts den Sohn Gottes betrachtend», stellt dem Zuschauer eindringlichere und unbequemere Fragen als...
