Versteinert?

Eurythmie. Die Retter: Benedikt Zweifel und Carina Schmid

Tanz - Logo

Bevor der «graue Bote» im Dreiminutenstück von Thornton Wilder den anwesenden Herrn Mozart um eine entsprechende Gefälligkeit bitten kann, erklingt in der Stuttgarter Waldorfschule auf der Uhlandshöhe dessen «Maurische Trauermusik». Das kann kein Zufall sein. Der ganze Abend ist ein einziges Gedenken. Wenn die Erinnerung auch ihre heiteren, hellen Seiten hat, sind die mahnenden, dunklen Untertöne weder im Klavierkonzert c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart noch im Konzert für Klavier und Streicher von Alfred Schnittke nicht zu überhören.

Denn  nach wie vor steckt die Eurythmie in einer Krise. Wie erhält man die Bewegungskunst Rudolf Steiners am Leben?

Nicht umsonst haben sich das Stuttgarter Eurythmeum und die Goetheanum-Bühne zum Projekt «Symphonie/ Eurythmie 2006» zusammengeschlossen. Es ist die nackte Not, die sie dazu zwingt. Vor zwei Jahren konnte die Schließung des Else-Klink-Ensembles durch die Spendenaktion «Tausend mal Zehn» gerade noch verhindert werden, und wenn die Anthroposophische Gesellschaft nicht wäre, stünde es womöglich um das Stamm-Ensemble in Dornach auch nicht zum Besten. Doch sind es nicht nur finanzielle Gründe, die eine konzertierte Aktion der einstigen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2006
Rubrik: Der Kalender, Seite 40
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Valeska Gert ...

Valeska Gert wollte in einem Kornfeld begraben sein («dann fließt mein Fleisch ins Korn hinein, dann werd‘ ich Brot, bin nicht mehr tot»). Beigesetzt ist sie dann doch auf dem Friedhof, ihr Sarg in orangerotes Tuch gehüllt in Anspielung auf ihren «Tanz in Orange», der wie eine Bombe in den Expressionismus platzte: den «echten», nicht den des «Kunstgewerbes». Tot...

Salia Sanou

Salia Sanou, Sie leben zusammen mit Seydou Boro schon lang als Choreograf und Tänzer in Europa. Nun arbeiten Sie erstmals mit Ars Nova, einem Ensemble für moderne europäische Musik. Ist das nicht ein Kulturschock für den afrikanischen Tanz? Unsere afrikanisch geschulten Ohren sind diese Art von Musik tatsächlich nicht gewöhnt. Wir tanzen hier zu Bratsche, Violine,...

Worauf hört der Tanz?

Das 20. Jahrhundert beherrschten Streit und Krieg. Die Anlässe waren oft absurd. Ist Musik das Wesentliche der Oper oder nur Zierrat? Müssen nicht vielmehr Wort und Sinn dominieren? Und der Jazz? Galt lange Zeit als Gebrauchs­musik, die nur der Untermalung oder Begleitung von Tänzern diene. Das war 1942. Der Intendant Clemens Krauss («Prima le parole – dopo la...