Taglioni lebt
Zur Familie Taglioni hat Gunhild Oberzaucher-Schüller einen Materialienband herausgegeben. Er wird eröffnet von einer Todesanzeige Filippo Taglionis. Das mutet zwar «bizarr» an, wie sie in ihrem Vorwort einräumt, – doch spiegelt sich in ihr die außergewöhnliche Stellung dieser Tänzer- und Choreografenfamilie im Europa des 19. Jahrhunderts, die durch namhafte Tanzwissenschaftlerinnen sowie auch von Studentinnen der Universität Salzburg beleuchtet wird.
Der Band vermittelt ausgehend von den Materialien, die in den Salzburger Derra de Moroda Dance Archives gehütet werden, einen Überblick über den Aufstieg und das Wirken der Tänzerfamilie Taglioni, die mit einem Wandel der Ballettästhetik und der Rezeption von Ballett im europäischen Raum einhergehen. Sehr anschaulich spricht Barbara Romankiewicz die Rolle der Lithografie bei der internationalen «Vermarktung» Marie Taglionis an, und Patrizia Breitbarth beleuchtet ein eher unbekanntes Feld, nämlich die Huldigungskompositionen als Spiegel der Rezeption von Balletten und Ballerinen. Die zentralen Artikel von Gunhild Oberzaucher-Schüller widmen sich dem Wirken der Taglioni-Familie in Wien sowie Paul Taglioni, über dessen umfangreiches, ...
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