«Dance on Camera» in New York
Eine Tänzerin unter einer Glühbirne in einem dunklen, kleinen Raum: Trotz der Begrenzung tanzt sie in schönen großen Bewegungen – mal angezogen vom Licht, dann im Widerstreit mit ihm. Ihre Bögen werden zunehmend fahriger, die Pirouetten schneller, Gesten verlangsamen sich, enden in minimalen Bewegungen. Manchmal versiegen die Impulse, dann beginnen sie wieder ganz klein und vorsichtig, als müsste die Tänzerin sich neu zusammensetzen.
«Being or Nothingness» nennt Choreograf Guillaume Côté nach einem Sartre-Zitat die Soloarbeit mit der kanadischen Ballerina Greta Hodgkinson zu Philip Glass‘ «Metamorphosis Four». Und obwohl Sartres Existenzialismus ein sehr verkopftes Konzept ist, setzt sich die Arbeit dynamisch und sinnlich mit den Polen von «Being or Nothingness» auseinander. Das Schwarz-Weiß-Format des Films spielt eindringlich mit den Metaphern Licht und Dunkel.
Das «Dance on Camera»-Festival am Lincoln Center in New York feiert seine 45. Ausgabe. Es ist damit das weltweit älteste Festival dieser Art und womöglich das bedeutendste. Neben einer Ausstellung, Diskussionen, einem Kurzfilm-Wettbewerb und dem Schwerpunktthema «Virtuelle Realität im Tanz» haben die Veranstalter ein ...
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Tanz März 2017
Rubrik: Medien, Seite 60
von Andreas Robertz
Zwei Herren kreiseln mit ihren Schultern. Die eng am Körper geführten Arme sehen aus, als drehten sie am Rad, als kurbelten sie eine Spieluhr an, als bewegten sie jenes suboptimale Hamsterrad, das man Leben nennt und von dem keiner weiß, ob es einem selber gehört oder einem ganz besonderen Treibstoff gehorcht: der Angst. Wie tief diese Angst sitzt, darauf zeigt der...
Eins muss man ihr lassen. 23 Jahre blieb sich die in Genf lebende Spanierin selber treu. Sie macht, was sie immer tat, auch wenn eine in den 1990er-Jahren geborene Zuschauerin genervt ausruft: «Das ist ja so was von Neunziger!». La Ribot mit feuerroten Locken und der Konzentration einer Zirkusdompteurin ist bekannt für ihre «distinguierten Stücke», kleine Aktionen,...
Das Ende ist wie der Anfang. Zwei Tänzerinnen von ähnlicher Statur stehen reglos nebeneinander, den Blick geradeaus ins Publikum gerichtet. Eine Zwillingsfigur, die ein Bild von Fortsetzung, Wiederholung, Ewigkeit andeutet. Und in der Tat will Antje Pfundtner in ihrem neuen Stück «ENDE», uraufgeführt auf Kampnagel in Hamburg, lieber den Schlusspunkt in der Breite...
