Zürich
So eine Schulvorstellung ist neu. Statt einer endlosen Reihe von langweiligen Finger- und Fußübungen, von Kürzestausschnitten aus den üblichen verdächtigen Ballettschinken und schnuckeligen Auftritten der Kleinsten im Tutu besticht die tanz akademie Zürich mit einer hochkarätigen Darbietung ihrer Schüler.
Da wirbeln etwa in Birgit Scherzers Choreografie «Keith» die jungen Männer lustvoll akrobatisch über die Bühne oder eine Gruppe angehender Profis präsentiert sich im eigens für die Vorstellung kreierten «Lake’s Eleven» von Leo Mujic ästhetisch differenziert und eigentlich schon wie die «Großen». Mit dem Programm «fußspuren» feiert die in der Schweiz bisher einzige öffentlich unterstützte Ausbildungsstätte für Berufstänzer ihr Jubiläum. Als Ballett-Berufsschule wurde sie1986 gestartet; nach der Versuchsphase ab 1990 hieß die Einrichtung Schweizerische Ballettberufsschule Zürich (SBBS), war fortan als Stiftung institutionalisiert und im kantonalen Bildungswesen anerkannt. 2001 kam es dann zur Integration in die Hochschule Musik und Theater Zürich; die SBBS wurde zum Departement Tanz.
Diesen März nun taucht noch ein neuer Name auf, tanz akademie Zürich (taZ). Sie versteht sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2006
Rubrik: Schulen unter der Lupe, Seite 73
von Christina Thurner
«Ding … dong …», endlos wiederholt sich der Doppelton. War da nicht was mit Beethoven? Das ganze «Bam, Bam, Bamm – BAM!» von Emio Greco I PC über «Hell» geht im Takt der Fünften Sinfonie. Doch bei aller Wucht Beethovens, uraufgeführt bei Montpellier Danse: sie tragen Notenständer auf die Bühne. Für «Bam, Bam, Bamm – BAM»? Nein, für eine großartige Partitur...
Dass die Tanzausbildung derzeit in Deutschland hoch im Kurs steht – zur Erhärtung dieses Eindrucks genügt ein Blick auf die Projekt-Liste der Tanzplan-Städte, die von der Kulturstiftung des Bundes mit gut dotierten Fördersummen bedacht wurden. Auch während des von der Kulturstiftung initiierten Tanzkongresses lag ein Schwerpunkt auf der Veränderung der...
Übers Kreuz liegen sie nicht. Im Gegenteil. Wenn Sidi Larbi Cherkaoui und Jean-Christophe Maillot ihren Stellungswechsel «Chassé-Croisé – pour deux créations» titulieren, spielen sie lediglich mit zwei Begriffen aus dem Ballettvokabular, die sowohl ihre Gemeinsamkeiten wie ihre Unterschiede signalisieren. Sidi Larbi Cherkaoui entstammt den Ballets C. de la B.,...
