Pina Bausch ohne Geburtshaus
«Jemandem ein Denkmal zu setzen, der noch lebt, verstößt gegen den guten Geschmack!» Mit diesen Worten hat Pina Bausch einem Plan der Grünen die Unterstützung versagt. Die Partei wollte ungewöhnlich geschichtsbewusst eine ehemalige Gaststätte nebst Hotel im Solinger Stadtteil Central erhalten. Denn in diesem Haus in der Focher Straße 10-12 ist am 27. Juli 1940 jene Philippine zur Welt gekommen, die später unter dem Namen Pina Wuppertal zur Weltgeltung verhalf. Schließlich hat Solingen sonst nur eine Veronica Ferres, mit der sich Schlagzeilen machen lässt.
Dass das Hotel Diegel zuletzt in einem erbärmlichen Zustand als Unterschlupf sozial schwacher Familien diente, bevor es wegen Einsturzgefahr von der Baubehörde ganz geschlossen wurde, störte die Grünen wenig. Sie sprachen von einem «Armutszeugnis für die verantwortlichen Politiker unserer Stadt», als sie auf Bitten des derzeitigen Besitzers jetzt eine Abbruchgenehmigung erteilten. Die «ewige Erinnerung» an die Ikone des deutschen Tanztheaters, die sie einfordern, wird also anders aussehen müssen. Am besten in Form einer aktiven Auseinandersetzung mit ihrem Werk wie zuletzt beim Internationalen Tanzfestival NRW: Drei Wochen mit ...
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Eine Kritikerin vermisste bei ihm einen «roten Faden». «Wieso roter Faden?», wunderte sich Anthony Rizzi, «es gibt nur diesen einen roten Faden: von der Geburt» – er rammt eine Hand vor sich in die Luft – «bis zum Tod.» Die andere Hand markiert den Schlusspunkt nicht weit davon entfernt. Die Hand zieht noch mal über die Strecke, formt einen Raum. In dieser kleinen...
Die W-Fragen: Was will ich und was ist wirklich? Caroline Simon hat bei großen Fragen eine besondere Bühnenpräsenz, etwas sehr Deutliches, Undurchsichtiges, Unflatterhaftes. Diese Gründlichkeit kennt dazu auch ein «Ach was», die leicht ironische Distanz. Die gebürtige Brüsselerin, Jahrgang 1977, bei P.A.R.T.S. und in Rotterdam ausgebildet, lebt seit 2001 in Köln....
«Es ist den Volkssagen eigentümlich, dass ihre furchtbarsten Katastrophen gewöhnlich bei Hochzeitsfesten ausbrechen.» Der Ironiker Heinrich Heine hatte bei seinen Reflexionen über die «Elementargeister» auch «La Sylphide» im Blick. Er war Zeitzeuge von Marie Taglioni, die im Tanztheater ihres Vaters Filippo als Elfe mit Flüglein und Spitzenschuhen Triumphe feierte...
