Brief aus Gdansk
1946 eröffnete in Gdansk eine Ballettschule. Das Militär half dabei nach Kräften. Es gab sie noch, nährende Nähe zur Armee. Aber dann entband der Sozialismus das Militär von allen Kunstpflichten. Heute, so Witold Mrozek, der in Gdansk das Tanzportal Nowy Taniec (Neuer Tanz) redigiert, sind sie alle gegen Tanz. «Die Katholizisten verachten seine Profanität. Die Linken halten ihn für elitär.» Polen hat den Tanz abgehakt. Wer das Land verließ, wie der beim Het Nationale Ballet in Amsterdam tätige Choreograf Krzysztof Pastor, kehrt nur sehr selten zurück.
Das stimmte schon vor acht Jahren. Damals versuchte sich in der Hafenstadt Gdansk eine Gruppe um Leszek Bzdyl und Joanna Lesnierowska an der Gründung einer «Baltischen Tanzuniversität». Wenn man schon elitär und profan sei, dann bitte auch mit akademischer Weihe. Man suchte einen Ort für Ausbildung, Training und Praxis. Und scheiterte im linken, von der Solidarnosc geprägten Gdansk. Vier Jahre später und zwei Stunden von Berlin entfernt, in Poznán, stand das Projekt wieder auf, in einer Stadt, die sich «eine bürgerliche Kultur bewahrt und ihren Underground nie verraten hat», sagt Joanna Lesnierowska. In Poznán leitet sie heute Europas ...
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«Tanzsport?!»
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Isadora Duncan war die Sehnsuchts-Figur des Neuen Tanzes am Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie tanzte barfuß, antichristlich, berief sich auf die Götter der Griechen. Ihre drei Kinder starben. Unehelich. Eine Tragödie. Ohne Korsett und Spitzenschuh verkörperte sie die Freiheit. Amerika. Da kam sie her. Ihre Ersatzkinder, die «Isadorables», fand sie in den von ihrer...
