Adieu: Thomas Hartmann
Mit dem Tänzer Thomas Hartmann habe ich ein halbes Berufsleben verbracht. Er gehörte zu den Persönlichkeiten im Tanz, die sich verantwortlich fühlten für Kunst und auch für Politik. 1952 in Saalfeld geboren, begann er mit zehn Jahren die Tänzerausbildung an der Palucca Schule Dresden.
Neben Gret Palucca gab es Lehrer und Musiker, die früh seine Begabung förderten. Er hatte Glück, von Nina Ulanowa aus Sankt Petersburg und Fritz Rost in klassischem Tanz ausgebildet zu werden.
Palucca, Hans-Jürgen Lachotta und der Pianist Peter Jarchow waren seine Mentoren in den Bereichen Neuer Künstlerischer Tanz und Musik. In der Staatsoper Dresden avancierte er schnell zum Solotänzer. Tom Schilling holte den ausdrucksstarken Künstler an die Komische Oper Berlin.
Bei der Eröffnung der Semper-oper glänzte Thomas Hartmann u. a.- in Harald Wandtkes «Orpheus», Emöke Pöstenyis «Der Dompteur», in «Der grüne Tisch» von Kurt Jooss. Er erarbeitete eigene Choreogra-fien und wurde mit dem Titel «Meistertänzer» geehrt. Hartmann avancierte zum Direktor der Palucca Schule und wurde Ballettdirektor der Staatsoper Dresden, war mein Kollege und Partner bei vielen Arbeiten, mit dem ich Großartiges und Schweres ...
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Tanz April 2019
Rubrik: Side Step, Seite 20
von Arila Siegert
«Notre Chopin» nennt sich der Ballettabend, auf Polnisch: «Nasz Chopin». So ganz stimmt das nicht. Seine Gebeine sind in französischer Erde bestattet. Nur das Herz hat, in einer Säule der Heiligkreuzkirche eingemauert, in Warschau seine letzte Ruhe gefunden. In Cognac gebadet, brachte es seine Schwester 1849, Frédéric Wunsch folgend, zurück in die Heimat. «Denn wo...
Kein «Nevermore». Der Rabe, der an der Kasse der Staatsoper Hannover sitzt, bleibt stumm. Schließlich soll ja nichts verraten werden über den «Abend für Edgar Allan Poe», in dem sein «Nevermore» nach der Pause angeblich eine Rolle spielt. Mauro Bigonzetti nennt so jedenfalls sein Ballett, dem Mozarts Sinfonie in g-Moll KV 183 als musikalischer Background dient. Es...
Mário Radačovský wirkt kein bisschen gestresst. Die Augen blitzen, der Schalk sitzt ihm im Nacken – der Künstlerische Leiter des Brünner Nationalballetts ist in der Slowakei geboren und doch ein Tscheche, wie er im Bilderbuch steht. Er ist sofort bereit, sich in der schmucken Altstadt von Brno – so der tschechische Name der Stadt – auf einen Cappuccino zu treffen....
