sprachlos...
wie der Tanz ist, könne er Gefühle doch weit umstandsloser ausdrücken als jede Beschreibung. Das Wort durch die Tat zu ersetzen, das war in jeder Blütezeit des Tanzes sein stärkstes Argument. Als vor zweihundert Jahren der Tanzreformer Jean Georges Noverre starb (Seite 56), hatte man begonnen, literarische Meisterwerke in Tanz zu übertragen, in einer Zeit, die dem gesprochenen Wort politisch misstraute. Dagegen sprach die Glaubwürdigkeit des handelnden Körpers ganze Bände.
In Hannover wurde ein rhetorisch hoch komplexes Werk, Choderlos de Laclos’ Briefroman «Gefährliche Liebschaften», zur Grundlage eines Balletts (Seite 8). Und in Dortmund versucht man, große Stoffe der Weltliteratur zu aktualisieren – nach «Krieg und Frieden» gibt es nun ein Ballett nach Shakespeares «Hamlet» (Seite 12). In beiden Fällen scheint es, als könne man die Sprache, die aus körperlicher Erfahrung entsteht, einfach so in den Körper wieder zurückverpflanzen.
Dabei ist das Literaturballett, wie die Literaturverfilmung, wirkliche Kunst. Viele Worte werden in einem Bild so verdichtet, dass man kaum noch Worte braucht. Soeben zeigte die Tanzwissenschaftlerin Susanne Foellmer in ihrem Versuch einer ...
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Die beiden im Jahrbuch diskutierten neuen Förderprogramme der Kulturstiftung des Bundes haben nun je eine bis 2014 eingesetzte Jury. Das Programm Tanzerbe zur Repertoirebildung begleiten Rose Breuss, Direktorin des Institute for Dance Arts an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz, Bettina Masuch, künstlerische Leiterin des Festivals «Springdance» in Utrecht,...
Die Ballettstangen werden zur Seite gestellt, die Geigerin, die das Training begleitet hat, packt ihr Instrument ein und geht. Die Tänzer verteilen sich im Raum. Pause beim Workshop der «Tanzwerkstatt Europa» in München. Richard Siegal beginnt sich zu bewegen, verlagert das Gewicht, fällt, zieht den Körper lang und wieder zusammen, schnörkelt mit der Hand. Dazu...
war freie Tänzerin in Berlin, ging früh in den Widerstand gegen Hitler und hatte sehr viel Glück. 1942 von der Gestapo verhaftet, konnte sie sich nach einem Bombenangriff befreien, versteckte sich in der Steiermark, blieb nach dem Krieg in Wien und tanzte, gegen erneute Widerstände, in den sozialistischen Ländern, auch in Ost-Berlin. Sie starb 1962.
1995 sah die...
