Rasta Thomas
In diesem Zustand kann sich der 28-Jährige leicht in Rage hineinsteigern, gerade wenn es um sein Lieblingsthema geht: den Hochmut der Ballettwelt und die, wie er findet, falsche Trennung zwischen E- und U-Tanz, zwischen hoher Kunst und vermeintlich trivialem Pop. «Tanz sind doch nicht nur die 200 Bewegungen, die man in einer klassischen Ausbildung lernt», sagt er, während er heftig gestikulierend auf dem Ledersofa hinter der Bühne he-rumrutscht. «Alles, was man mit seinem Körper machen kann, ist Tanz.»
Thomas ist ein feuriger Kämpfer für die Gleichbehandlung der Tanzformen.
Der Kalifornier hat eine erstklassige klassische Ausbildung. Er hat an der Kirov Academy in Washington studiert, er tanzte mit dem Mariinski-Ballett, dem Chinesischen Nationalballett und dem Dance Theatre of Harlem. Das alles war ihm zu eng, zu unfrei: «Ich wollte von klein auf eine große klassische Karriere machen», sagt er. «Doch als ich dort angekommen war, wo ich hinwollte, war es eine riesige Enttäuschung.»Also gründete Thomas 2005 zusammen mit seiner Frau Adrienne seine eigene Truppe, die Bad Boys of Dance. Mit zehn jungen Tänzern studiert er Choreografien zu Popklassikern ein – von Queen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das könnte Sie auch interessieren:
Rasta Thomas 2008 zu «Rock the Ballet»
Diese Stimme. Sie schwebt im Raum, überlagert die Musik. Es ist die Stimme einer nicht mehr jungen Frau, die persönlich und unverstellt von ihrem Leben erzählt, einem Leben, das untrennbar mit dem Tanz, vor allem mit dem Ballett in Stuttgart, verbunden ist. In Bridget Breiners 2007 entstandenem Stück «Zeitsprünge» spielte Georgette Tsinguirides eine akustische...
Hartes Gegenlicht durchschneidet den Raum. Aus unwirtlichen Wind- und Wassergeräuschen kristallisieren sich Fragmente der Kantate «Helgoland». Während der Repetitor Bruno Raco in Tasten und Saiten greift und das Klangmonument Anton Bruckners am Flügel intelligent zerlegt, schickt Pascal Touzeau sein Ensemble im Dunkel der Bühne auf Entdeckungstour. 15 Tänzer in...
María Muñoz und Pep Remis sind Mal Pelo. Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen erhielt die für ihren schwermütigen, hoch musikalischen Tanzstil bekannte Kompanie aus Barcelona den Tanzpreis des spanischen Kulturministers.
